Die babylonische Kosmogonie und der biblische Schöpfungsbericht : ein Beitrag zur Apologie des biblischen Gottesbegriffs / von Aloys Kirchner.
- Kirchner, Aloys, 1880-
- Date:
- 1910
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Credit: Die babylonische Kosmogonie und der biblische Schöpfungsbericht : ein Beitrag zur Apologie des biblischen Gottesbegriffs / von Aloys Kirchner. Source: Wellcome Collection.
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![die Wahrheit der Fundamentallehre von Gn 1, daß nämlicli ein Schöpfer existiert, dessen Weisheit, Wille und Macht die gesamte Welt aus dem Nichts hervorgebi'acht haben. 3. Ist im Schöprung.sgedanken die erste Quelle von Gn 1 ge- geben, so stellt die teleologisclie Weltauffassung der atl Reli- gion die zweite große Grundlage des Berichtes dar. Die Welt besitzt'dem atl Zweckgedanken zufolge ihr Ziel zunächst in sich selbst, und der unmittelbare Zweck des Alls ist in diesem selbst gelegen. Am bestimmtesten kommt diese Idee zum Ausdruck in der Lehre von der Stellung und Würde des Menschen, der schleclit- hin als der Herr der Erde gilt. Adam, dem ersten Menschen, wird das Paradies als Besitz zugewiesen. Durch Kulturarbeit soll er die Natur in seinen Dienst stellen. Den Tieren der Erde ver- leiht er ihre Namen und erscheint somit als Herr derselben. Dem zweiten Stammvater der Menschheit, Noah, wird gleichfalls von Gott die unumschränkte Herrschaft über die Welt zngesprochen. Was aber die in der Natur bestehenden Zweckbeziehungen angeht, so erfahren dieselben besonders im Schöpfungshymnus Ps 104 eine herrliche Darstellung: Du bist’s, der die Quellen in den Tälern emporsendet. Daß [die Wasser] einherfließen zwischen den Bergen; Sie tränken alle Tiere des Feldes, Die Wildesel löschen ihren Durst; 12 An ihnen sitzen die Vögel des Himmels, Lassen zwischen den Zweigen die Stimme erschallen. 1^ Er tränkt die Berge aus .seinen Söllern, Von der Frucht deiner Werke wird satt die Erde; ii Er läßt Gras hervorsprossen für das Vieh, Und Pflanzen für der Menschen Arbeit, Um Korn hervorzubringen aus der Erde, 1-^ Und daß der Wein des Menschen Herz erfreue. Daß voji Fett das Antlitz glänze Und das Korn das Herz des Menschen stärke. 1” Satt werden die Bäume [des Feldes] Die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat, 11 Wo die Vöglein nisten, Der Storch, dessen IJaus auf den Wipfeln steht; Die hohen Berge .sind iüi- die Steinböcke, Die Felsen eine Zuflucht für die Klipj.)dächse. 18](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876811_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)