Der Bau des knöchernen Kopfes in den vier Klassen der Wirbelthiere / von Otto Köstlin.
- Köstlin, Otto, 1818-1884.
- Date:
- 1844
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Credit: Der Bau des knöchernen Kopfes in den vier Klassen der Wirbelthiere / von Otto Köstlin. Source: Wellcome Collection.
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![als rundes Loch beschrieben zu seyn, welches wenigstens bei Lemur und Tarsius deutlich für sich am vordem Rande des Schläfenflügels vorkommt. Unter den Beutlern ver- schmilzt das ovale Loch nach Cuvier bei Didelphis bisweilen mit dem Foramen lacerum anterius; unter den Zahnlosen ist kein solches Beispiel bekannt; auch bei den Wiederkäuern scheint eine leichte Trennung beider Oeffnungen vorzuherr- schen. Dagegen bildet bei der Mehrzahl der Nager, Dick- häuter und Cetaceen das Foramen ovale nur Ein Loch mit dem lacerum anterius, und seine Stelle wird nur noch durch einen Ausschnitt am hintern Rande des Schläfenflüofels be- zeichnet. Eine Ausnahme machen unter den Nagern Lepus, Arctomys, Ondatra, Hydromys, Agouti u. a., unter den Dickhäutern nur Hyrax, unter den Cetaceen die Delphine. ]ii diesen drei Ordnungen fehlt gerade auch mehr als bei allen andern der senkrechte Theil des Schläfenflügels, und zu einer mangelhaften Ausdehnung in die Quere kommt auch eine geringere Entwicklung desselben in die Länge; beson- ders bei manchen Nagern, wie Castor, Helamys, Couia, erscheint der Schläfenflügel als eine sehr schmale Brücke zwischen Foramen lacerum und spheuoorbitale. — Der Schläfenflügel der Delphine unterscheidet sich vom mensch- lichen und verdient daher eine eigene Beschreibung. Von dem seitlichen Ende der queren Leiste, welche hinten die Sattelgrube begränzt, geht eine schwache Leiste nach vorn und aussen zum Foramen spheuoorbitale, und schliesst seit- lich den Keilbeinkörper ein. Ausserhalb der letztem Leiste folgt eine seichte, ziemlich breite Rinne, welche das Fora- iiien spheuoorbitale mit dem For. ovale verbindet. Das ovale Loch geht senkrecht hinab und ist von allen Seiten durch senkrechte Knochenflächen eingeschlossen; an der hintern Wand steht eine Knochenspitze nach oben hervor, und bildet den Anfang zu einer sehr dicken Leiste, welche nach hinten und aussen zum For. lacerum lauft; die breite Rinne, welche ausserhalb dieser Leiste anliegt, setzt sich nach vom und innen bis zum vordem Rande des Schläfen- flügels fort. Die Fläche, welche vor dem ovalen Loche liegt, befindet sich noch vor der Sattellehne; dagegen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24931822_0062.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)