Handbuch der Massage / von Emil Kleen ; autorisirte Uebersetzung aus dem Schwedischen von Gustav Schütz.
- Emil Kleen
- Date:
- 1895
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der Massage / von Emil Kleen ; autorisirte Uebersetzung aus dem Schwedischen von Gustav Schütz. Source: Wellcome Collection.
75/344 page 65
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Ferner verschafifen die passiven Bewegungen den Sehnen und Muskeln Freiheit in ihren Scheiden und verhindern oder heben Verwachsungen daselbst auf, beugen den Verkürzungen vor, welche allein dadurch entstehen können, dass ein Muskel längere Zeit nicht gestreckt wird, und dehnen schon verkürzte Theile. [Gleichwohl bemerke ich hier schon, dass das Dehnungsvermögen der passiven Bewegungen ziemlich beschränkt ist und dass wir für solche Zwecke weit kräftigere Mittel in der orthopädischen Behandlung besitzen.] Indessen fungiren die Muskeln nicht in eigentlichem Sinne hei den passiven Bewegungen, bei denen nur ihr Dehnungsvermögen und ihre Elasticität in Anspruch genommen werden. Auch in dem ruhenden Muskel findet, wie wir wissen, eine Respiration statt, indem Sauer- stoff aufgenommen und Kohlensäure abgegeben wird, sodass das arterielle Blut aus demsel))en venös zurückkehrt und Spannkräfte aufgespeichert werden, welche später unter dem Einflüsse der mo- torischen Nerven in mechanische Arbeit umgesetzt werden. Bei den activen Bewegungen beruht die Lebhaftigkeit des Stoffumsatzes auf dem Grade der Muskelarbeit. Es ist nicht anzunehmen, dass der Chemismus in dem passiv bewegten Muskel sich wesentlich von dem, welcher in dem ruhenden statt hat, unterscheidet, wenn auch die passive Bewegung in gewissem Grade die Circulationsverhältnisse im Muskel verändern muss. Das eigentliche Element der Gymnastik bilden die einfachen seine eigene Schwere ausübt, überwinden (plus einige andere minimale Widerstände, die ich hier ausser Betracht lasse). Nehme ich in diesem Falle ein Gewicht in die Hand oder lasse eine andere Person der Flexion ent- gegenwirken, so wird dies eine zusammengesetzte concentrische Bewegung — in Hinsicht auf die Wirksamkeit der Muskeln blos dadurch von der erst- genannten Flexion unterschieden, dass sie eine grössere mechanische Arbeit verrichtet. - Wenn ich bei flectirtem Arme plötzlich mit jeder Muskel- innervation aufhöre, so wird der Arm schnell durch die Schwere des Unter- arms extendirt und dieser fällt herunter — eine rein passive Bewegung ohne jede Muskelarbeit. Wenn ich mir dagegen denke, das ich, anstatt völlig mit der Innervation meiner Flexoren aufzuhören, dieselben eine unbedeutende mechanische Arbeit verrichten lasse, welche von der Schwere des Armes überwunden wird, so dass der Arm langsam heruntersinkt (und dass die Extensoren dabei überhaupt nicht innervirt werden) — so ist leicht einzu- sehen, 6'dHH diese Bewegung, bei der die Flexoren wirksam sind aber gleich- wohl verlängert werden, ihrem Wesen nach sich von einer zusammengesetzten excentrisclien Bewegung nicht unterscheidet, obwohl sie nicht so genannt wird. Mache ich die extendirende Kraft dadurch grösser, dass ich ein Gewicht in die Hand nehme, so heisst die Bewegung zusaminengesetzt-excentrisch. Kleeo, HaDflbiioli -I r Nt-i-^-aif. c](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20402120_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)