Dr. Laurentius Wilde, Leibarzt des Herzogs Albrecht, und die Anfänge der medizinischen Wissenschaft in Preussen / von O. Ehrhardt.
- Oskar Ehrhardt
- Date:
- 1905
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Credit: Dr. Laurentius Wilde, Leibarzt des Herzogs Albrecht, und die Anfänge der medizinischen Wissenschaft in Preussen / von O. Ehrhardt. Source: Wellcome Collection.
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![H sich baß bedacht hette, dan so ehr kheinen lust lenger bey uns zu dienen gehabt, wollte wir inn oder sonnst irgents einen leipartzt nit bey unns über sein willenn gehalten habenn.“ Mit keinem seiner spätem Leibärzte scheint das Verhältnis Albrechts ein so nahes geworden zu sein wie mit Wilde, der ihn in der Zeit seiner vollen Manneskraft, in der Zeit frohen Gelingens behandelte und der während des „englischen Schweißes“ sein Arzt gewesen war. In seiner neuen Stellung sollte Wilde nicht lange bleiben. Er starb Januar oder Februar 1534; sein Vermögen fiel an seine Brüder in Nürnberg und an Crotus Rubianus, mit dem Wilde weiter befreundet geblieben war und den er zum Testaments- vollstrecker ernannt hatte. Der Todesfall veranlaßte Albrecht sich noch einmal mit Crotus, Wilde und dessen Verwandten zu be- schäftigen. Die amtlichen Kopien von Briefen Albrechts an Crotus, an „die von Nurembergk“, an ,,Georg unnd Walther Wilth gebruder sampth ander Lorentz Wilts doctor seligen Freundschaffth“, zeigen, wie Albrecht bemüht ist für Wildes Diener, Hans Wagner, etwas aus dem Nachlaß Wildes zu erlangen. Aber mit dem Tode Wildes schien sein Vergehen auch Albrecht gesühnt; und in echt christ- lichem Geist schreibt er an Dr. Vipert Schwöb [15. Juli 1534]: „Weilandt Doctor Wildenn, welcher nu mher unsers verhoffenns inn gott und desselbenn urteil seliglich ruhet, belangendt, wollen wir ime (wie den unnser gemuth und wille allweg seiner person sonderlich gewogen), so er je wider unns gethan, alls ein Christ dem andern zethun schuldig, alles vörzeihen und vörgeben haben.“ Nachdem Wilde in Unfrieden von dem Herzog geschieden war, wurde zu seinem Nachfolger 1532 Dr. Basilius Axt ernannt (geb. i486 f 1558), dessen Epitaphium noch im 18. Jahrhundert in der Löbenichtschen Kirche zu sehen war. Auf dem Epitaphium stand folgendes von M. Stojus, dem Nachfolger Axt’s, verfaßtes Gedicht: Basilii exuviae tumulusque soporifer Asti Hic sita sunt, Medica qui fuit arte potens: Vixque parem vidit multis empeiria saeclis Et merito tali cive superba fuit. Ex Chymicis medicus nova pharmaca duxit in usum, Hinc vir in ore frequens posteritatis erit. Cumque Ducis nostri curam senioris haberet, Dante Deo, sanum praestitit ille diu.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22400746_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


