Dr. Laurentius Wilde, Leibarzt des Herzogs Albrecht, und die Anfänge der medizinischen Wissenschaft in Preussen / von O. Ehrhardt.
- Oskar Ehrhardt
- Date:
- 1905
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Credit: Dr. Laurentius Wilde, Leibarzt des Herzogs Albrecht, und die Anfänge der medizinischen Wissenschaft in Preussen / von O. Ehrhardt. Source: Wellcome Collection.
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![werden. So hab ich keinen uberkommen mögen; darumb ich besorg, er mus mit dem heßlichen angesicht diese fasnacht bulen.“ — Auch ob er die Franzosen noch in den Fäusten hätte, wollen ihm E. F. G. sagen, daß er Handschuhe antue, damit es die Jungfrauen und schönen Frauen nicht fühlen; es würde ihm sonst großen Schaden auf der Buhlschaft bringen.“ Der Brief- schreiber meint, ,,wenn er sich mit gelbem Leder beschuhet, wäre viel besser, denn daß er sich mit altem Habichtsleder beschuhet hat“. Kobolt starb im Jahre 152H) und wieder sah sich Albrecht gezwungen einen Arzt zu suchen. Markgraf Georg empfahl ihm 1521 einen aus Franken gebürtigen Arzt, der 150 fl. Gehalt neben den sonstigen Emolumenten verlangte und die weitere Bedingung stellte, daß er nur allein „seiner Fakultät warten und in keinem Rat sein“ wolle. Dieser Arzt wurde nicht angestellt. Erst am 31. Dezember 1523 erhielt Kobolt seinen Nachfolger in Dr. Laurentius Wilde aus Nürnberg. Die sichere Menschen- kenntnis Albrechts hatte sich in dieser Wahl bewährt, Wilde darf wohl ohne Frage als der feinste Kopf unter den Leibärzten Albrechts und als ein vollgültiger Vertreter des Humanismus bezeichnet werden. Allerdings ist in medizinisch-wissenschaftlicher Beziehung wenig von ihm auf uns gekommen, sein Werk über die Schweiß- sucht ist verloren gegangen, aber von dem Arzt und Humanisten blieb einiges erhalten. Laurentius Wilde stammte aus Nürnberg, wo seine Brüder, Georg und Walther Wilde, Bürger waren. Er wurde W. S. 1509 in Leipzig immatrikuliert [„Bavarus 79“ de Nurnberga] und wurde dort 1511 Baccalaureus in der philosophischen Fakultät.^) Auch während der nächsten Jahre noch hielt er sich in Leipzig auf, wo er 1517 zum Magister in der philosophischen Fakultät ernannt wurde. Daß er im Gegensatz zu der Mehrzahl seiner Zeitgenossen 1) Ein vom 19. 4. 1522 datiertes Schreiben des Magistrates zu Ulm verfügt über den Nachlaß des „verstorbenen Leibarzt und Rates“ Heinrich Kobolt, Sohnes des Bartholomäus Kobolt und der Elisabeth Hessin, zu Gunsten seiner hinterbliebenen Mutter. 2) „Laurentius Wilde de Nurnberga determinavit sub magistro Gregorio de Forchheim“. Dekan war Andreas Hundt von Magdeburg. 3) „Vicecancellarius Mgr. Alexander Seckler Eslingensis aperuit temtamen et Laurencius Wildt de Nurinberga incepit sub domino magistro Nicolao Apel, de Königs“ [hofen]. 3*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22400746_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


