Grundriss der Entwicklungsgeschichte des Menschen und der Säugethiere : für Studirende und Ärzte / von Oscar Schultze ; bearbeitet unter Zugrundelegung der 2. Aufl. des Grundrisses der Entwicklungsgeschichte von A. Koelliker.
- Date:
- 1897
Licence: Public Domain Mark
Credit: Grundriss der Entwicklungsgeschichte des Menschen und der Säugethiere : für Studirende und Ärzte / von Oscar Schultze ; bearbeitet unter Zugrundelegung der 2. Aufl. des Grundrisses der Entwicklungsgeschichte von A. Koelliker. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
458/498 page 432
![eine dnrchaiis rudiinentiire. vVuch tritt, wie wir unten sehen liir die weibliclien Gescblechtsprodukte in Anpassung an ihre Be- stimmung ein anderer ausführender Apparat auf. Bei dem männ- lichen Geschlecht dagegen wird, wie* mir scheint, durch die viel aus- giebigere Betheiligung und Durchwachsung der indifferenten Anlage von Seiten der Geschlechtsstränge der Urniere die weitere Entwick- lung der in die Stränge aufgenommenen (Jrkeimzellen in eine andere Bahn geleitet, als dies in dem Eierstock der Fall ist. Die aus- giebigere Verwendung der Urniere für den männlichen Apparat zeigt sieb ferner im Gegensatze zu dem weiblichen Geschlecht an dem die Samenkörpereben ableitenden Gangsystem, das ganz von der Urniere abstanmit. III. Die Ausführuiigsgäuge der (xeschleclitsdrüsen. a) Der Urnierengang oder Wolff'scbe Gang. Bezüglich der ersten Entwicklung des Urnierenganges und der Beziehungen desselben zum Hoden verweise ich auf das oben Gesagte, und ist im Einzelnen noch folgendes hinzuzufügen: Bei menschlichen Embryonen ist die Verbindung der Wolff- sehen Gänge mit dem Hoden im dritten Monate ausgebildet und zwar in der Art, dass eine gewisse Zahl der kranialw^ärts gelegenen Kanäl- eben der Urniere sich mit den Hodenkanälchen vereinigt hat und zum Kopfe des Nebenhodens und zum Bete testis [Halleri] sieh gestaltet, während die kaudalenKanälchen durch Atrophie verloren gehen; doch bilden sieb diese Verhältnisse keineswegs rasch aus. Bei Embryonen der elften bis zwölften Woche nämlich enthält der Kopf des Neben- hodens nur gerade Kanäle von 36—45 i-i Durchmesser, und findet sich von dem Körper und der Cauda der Epididymis noch keine Spur, vielmehr koumit vom Nebenhodenkopfe, gerade wie früher von der Urniere, ein gerader Kanal von 0,45 mm Breite, der den Ductus deferens und den Nebenhodenkanal zugleich darstellt. Im vierten und fünften Monate bilden sich an den mit dem Hoden verbundenen Kanälchen der Urniere die Windungen aus, durch welche dieselben zu den Coni vasculosi sich gestalten, und legt sieh in dieser Zeit auch der übrige Theil des Nebenhodens an. Die Zahl der mit dem Hoden sich vereinigenden Kanäle der Urniere ist übrigens sehr wechselnd, da, wie bekannt, die Zahl der Coni vasculosi nichts w^eniger als beständig ist, und ebenso seheint auch das Schicksal der übrigen Kanälchen der Urniere mannigfachen Abänderungen ausgesetzt zu sein. Die Bnctuh aherrantes des Nebenhodens sind als nicht untergegangene Kanälchen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21905034_0458.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image