Volume 1
Handbuch der Chirurgie : zum gebrauche bei seinen Vorlesungen / von Maximilian Joseph Chelius.
- Maximilian Joseph von Chelius
- Date:
- 1833
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Credit: Handbuch der Chirurgie : zum gebrauche bei seinen Vorlesungen / von Maximilian Joseph Chelius. Source: Wellcome Collection.
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![waltthätigkeit allgemeine Krankheitszuslande keinen Lyinph- abscess hervorzubringen im Stande seyen, — ist falsch, und schon von IIust widerlegt worden. — Wie häutig, selbst von Schriftstellern über die Lyinphgeschwiilste, kalte Abscesse und solche Eiteransammlungen, welche sich als Folge einer cariösen Zerstörung der Knochen der Wirbelsäule an entfern- ten Orten bilden (^Congeslionsabsccsse , für Lymphge- schwülste gehalten, und als solche behandelt worden sind, davon habe ich mich mit eigenen Augen häufig überzeugt. +) J. A. Schmidt, über den Grund der Tödtlichkcit der Lymphge- schwülste; in den Abhandlungen der medic. chirurg. Jos. Akademie in Wien. Bd. II. ++) A. Pauli, Bemerkungen über Congcstionsabscessc ; in IIust’s Ma- gazin. Bd. VII. S. 383. Bd. VIII. S. 434- Nasse*) beschreibt einen Fall, wo bei einem kräftigen, gesunden jun- gen Manne, als Folge einer äusseren Gewaltthätigkeit, eine Geschwulst am oberen Theile des Schenkels sich gebildet hatte, deren Inhalt nach der Eröffnung sich vollkommen wie Lymphe verhielt. Das Ausschwitzen einer klaren, durchsichtigen Lymphe konnte durch keine der gegen Lymphgeschwülste empfohlenen Verfahrungswcisen gestillt werden, und der Kranke war der Gefahr hektischer Consumption ausgesetzt. Nur der örtliche Gebrauch einer Auflösung von salpctcrsaurem Quecksilber brachte die Lymphgefässc zur Verschliessung. Dieser Fall (welchen ich selbst, obgleich nur ein Mal, Lei meiner Durchreise in Halle gesehen, und dabei mich von dem fortdauernden Ausfliessen einer klaren Lymphe, das man durch Druck vermehren konnte, überzeugt habe) beweist, dass als Folge einer durch äussere Gewaltthätigkeit bewirkten Zerreissung von Lyraph- gefässen Ansammlung von wirklicher Lymphe im Zellgewebe möglich ist, deren Ausschwitzen nur durch die Oblitcration der zerrissenen Gefässe aufhört. Fälle dieser Art sind aber gewiss höchst selten; ihnen kann allein die Benennung Lympligcschwulst im eigentlichen Sinne beigelegt werden, und es wird dadurch die oben ausgesprochene Behauptung, dass die gewöhnlich als fvymphgcschwiilsle auf geführten Fälle nur ]S1 odijicaiioncn von silisccsscn sind , eher bestätigt, als widerlegt. .—■ Diese Meinung hat auch Langenbeck **) ausgesprochen; wenn er aber hinzufügt: dass man nicht selten am Ellenbogen eine Geschwulst beobachte, welche manch- mal nach einer örtlichen Ursache , manchmal auch ohne diese sich bildet, gerade auf dem Olekranon sitzt, und eine klare, lymphatische Flüssig- keit enthält, die in einer Kiste eingeschlossen ist, — welche Geschwulst den Namen Lymphgcschwulst verdiene: so muss ich dieser Behauptung widersprechen, indem diese Geschwulst am Ellenbogen eine Wassersucht des dort gelegenen Schlcimbculels, und dem Ilygroma cistieum patcllare cntgegenzuslcllen ist. — Eben so wenig kann ich der, von Ekl +++) aus- gesprochenen Meinung beisliramen , welcher die Lymphgeschwülste für ausgedehnte und in einem krankhaften Absonderungsprocesse begriffene Schlcimbeutcl hält. — Zemesch j-) unterscheidet nach Kluge, um die ver-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2934878x_0001_0054.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)