Ueber den Ammoniakgehalt der exspirirten Luft und sein Verhalten in Krankheiten : ein Beitrag zur Kenntniss der Uraemie / von Wilhelm Reuling.
- Reuling, Wilhelm.
- Date:
- 1854
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Credit: Ueber den Ammoniakgehalt der exspirirten Luft und sein Verhalten in Krankheiten : ein Beitrag zur Kenntniss der Uraemie / von Wilhelm Reuling. Source: Wellcome Collection.
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![Vi dem ich diese Beobachtung gemacht und bei meinen Analysen 1 berücksichtigt hatte, erhielt ich übereinstimmende Resultate. ' * Auch der gewöhnliche Essig, ferner die mittelst Salpe- ^ tersäure aus Phosphor bereitete Phosphorsäure und alle sal- ''' petersauren Metallsalze, welche nicht aus Oxyden, sondern ^ durch direkte Behandlung der Metalle mit Salpetersäure be- ** reitet wurden, enthalten Ammoniak und zwar häufig in so be- ^ träclitlicher Menge, dass es nach Zerlegung derselben mittelst stär- kerer Basen schon durch den Geruch wahrgenommen werden kann. Ich überzeugte mich, da.^s bei allen Metallen, welche das Wasser zerlegen, als Eisen, Zink, Zinn, Blei etc. und deren Oxydule Ammoniak gebildet wird, wenn dieselben mit Luft ' und Feuchtigkeit in Berührung kommen. *) Ja sogar die Oxydhydrate jener Metalle, namentlich das Eisen und Zinkoxyd scheinen in h a 1 b tr ock e n e m und möglichst fein zertheiltem ' Zustande die Fähigkeit der Ammoniakbildung zu besitzen, we- ' ' nigstens lassen mir einige mit Sorgfalt angestellte Versuche hierüber kaum einen Zweifel übrig. Regen und Schneewasser enthalten bekanntlich viel Ammoniak, das sich mittelst meines Papiers leicht nachweisen lässt, und dennoch finden wir in manchem Brunnenwasser keine Spur davon — thonreiche Erd- schichten haben es absorbirt, oder das Eindringen jener Wasser verhindert. Ich zweifle nicht, dass Brunnen in thonfreier Erde und ohne Ausnahme alle eisenhaltigen Mineralwasser Ammoniak- salze in beträchtlicher Menge enthalten. ® • Schliesslich erlaube ich mir, über das weitere Verhal- ten meines Blauholzpapiers noch Folgendes hier anzuführen: Es wird durch kohlensaure, borsaure, e.ssigsaure, bernsteinsaure, buttersaure Alkalien und Erden und alle übrigen alkalische und erdige Salze mit schwachen Säuren, auch wenn letztere im . Ueberschusse vorhanden, blau gefärbt, dagegen erleidet es ! durch weinsteinsaure, citronensaure, milchsaure und durch alle , Alkali-und Erdsalze mit stärkeren Säuren, wenn letztere | im Ueberflusse vorhanden, jene Färbung nicht. ] *) Als ich ein Stück Blauliol/.papier in Stanniol anfltewalirle, erschien dasselbe nach einigen Tagen gänilich gebliint, wodurch ich ^nr näheren Prüfung und weiteren Versuchen veranlasst wurde.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22333344_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


