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Credit: Handbuch der Kinderkrankheiten / hrsg. von C. Gerhardt. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
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![alten inficirt werden. Ich habe schon auf die Analogie zwischen der Na- belwunde und den physiologischen Verletzungen der Mutter, die bei der Geburt entstehen, hingewiesen, welche Parthien gleichgeeignet zur Auf- nahme des Giftes sind. Zwar kann man in den ersten Tagen des Puer- periums eigentlich nicht von einer Nabelwunde sprechen, da ja der Schnurrest oft erst einige Tage nach der Geburt abfällt; allein durch den Vertrocknungsprocess schrumpft der Strang auf seiner Unterlage so zu- sammen, dass schon frühzeitig eine freie Zone entsteht, die nicht vom Nabelstrangende überdeckt ist, und durch die leicht die Resorption erfol- gen kann. Dass der Nabel — kurzweg gesagt — als Atrium für die Infection angesehen werden müsse, beweist schon der Umstand, dass in fast allen Fällen, wo die Krankheit nicht unmittelbar nach der Geburt zur Er- scheinung kommt, die pathologischen Processe, die sich im Körper ab- spielen , vom Nabel ihren Ausgangspunkt nehmen. Der Infectionsstoff, der, wie bereits bemerkt worden, sich sehr selten auf der Nabelwunde selber bildet, kann von der erkrankten Mutter selbst kommen, aber auch von andernlndividuen herrühren, da ja auch Kinder ganz gesunder Müt- ter von der Krankheit befallen werden. Die Uebertragung geschieht sicher sehr häufig durch die Hand oder Wäschestücke und hier dürfte vielleicht das Peinigen der Wöchnerin und das Baden der Kinder, wafl gleichzeitig von der nämlichen Person besorgt wird, oft die Gelegen- heitsursache der Infection abgeben. Auf der Höhe einer Endemie dürfte vielleicht auch, wie bereits erwähnt, die Luft die Trägerin des chemi- schen oder organischen Infectionsstoffes sein. Auch experimentell lässt sich die Uebertragung durch den Nabel constatiren. Bringt man septische Stoffe, wie dies bei den bereits er- wähnten Untersuchungen der Frau Stud. med. Eitner der Fall war, mit der Nabelwunde in Contact, so bilden sich im Bindegewebe, ivm die Um- bilicalgefässe und in den letztern selbst, sowie auf dem Peritoneum die nämlichen Erscheinungen, wie bei neugeborenen Kindern. Fast alle Jun- gen von Kaninchen, die auf gleiche Weise behandelt worden, gingen in- nerhalb ]/2 bis 5 Tagen zu Grunde. Erfolgt bei den in Puerperio inficirten Kindern die Ansteckung in der übergrossen Anzahl durch den Nabel, so ist doch der letztere nicht der einzige Atrium, durch welchen das Gift eindringen kann. Jede an- dere zufällige Verletzung, die das Kind bei der Geburt oder nach der- selben erleidet, kann ebenfalls der Ausgangspunkt pyämischen oder sep- tischen Stoffes werden. So sind die Fälle ja nicht selten, dass nach schweren Zangenoperationen multiple Abscesse, Entzündungen der Ge- lenke und ihrer Nachbarschaft auftreten, die nur als Folge einer Infec- tion, die von der verletzten Kopfsclwarte ausgeht, angesehen werden](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21023281_0182.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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