Die Inhalation medicamentöser Flüssigkeiten und ihre Verwerthung bei Krankheiten der Athmungsorgane : zum Gebrauche für Ärzte / erläutert von Friedrich Fieber.
- Fieber, Friedrich.
- Date:
- 1865
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Credit: Die Inhalation medicamentöser Flüssigkeiten und ihre Verwerthung bei Krankheiten der Athmungsorgane : zum Gebrauche für Ärzte / erläutert von Friedrich Fieber. Source: Wellcome Collection.
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![richte bei Angina ein adstringirendes Pulver durch ein Schilf- rohr eingeblasen haben soll. Auch Are tau s bediente sich desselben Instrumentes. In neuester Zeit empfahlen Bre- tonneau, Trousseau und Belloc diese Medikation, für welche zahlreiche, mehr oder minder complicirte Apparate er- sonnen wurden, wie z. B. der Inhalationstrichter von Cham- b r e s, das Instrument von F o u r n i e u. s. w. In Wien war es vorzüglich Pserhofer, der nicht nur trockene Pulver in den oberen Theil des Respirationsapparates einblies, sondern auch Bronchial- und Lungenleiden in der erwähnten Art be- handelte; ja sogar die Schleimhaut des Respirationstractes zur Einverleibung der Medicamente bei Krankheiten anderer Organe benutzte^); ein Vorgang, der in jenem Richards (ausschliessliche Benützung der allgemeinen Decke und der Mucosa respiratoria zur Aufnahme von Arzneistoifen) '^] und in dem Ancelons (Behandlung des Wechselfiebers mit Inhalation einer zerstäubten Chininlösung und Abkochung von Chinarinde) ^), ein zur Nachahmung nicht empfehlenswerthes Analogon findet. Seit den hervorragenden Leistungen von Türck und Czermak auf dem Gebiete der Laryngoskopie trat diese Art der Lokalbehandlung hinsichtlich des Kehl- kopfes in ein ganz neues Stadium und es war nicht mehr bloss die Pulverform, in welcher feste Körper in den Larynx ge- langten. Ohne hier in eine der Tendenz meiner Schrift ferne liegende Erörterung der erwähnten Applicationsweise einzu- gehen, will ich nur bemerken, dass auch auf diesem Gebiete, obschon gerade hier die Lokaltherapie seltene Triumphe feierte, die Grenzen derselben sehr eng gezogen sind; nament- lich mit Rücksicht auf die tiefer gelegenen Organe und dass die Behandlung an die Selbstbeherrschung und Ge- duld des Kranken häufig Anforderungen zu stellen gezwungen ist, welchen derselbe nur mit äusserster Anstrengung zu ge- nügen vermag, wie z. B. beim Einblasen styptischer Pulver. ') Schmidts Jahrbücher 1856. *) Die Inhalatio neu der zerstäubten Flüssigkeiten, sowie der Dämpfe und Gase etc. Von Dr. L. Walde nburg. Berlin 1864; bei Georg Reimer. S. 410 *) La Eevue mödicale frangaise et etrangere; 41 ann^e, S. 598—601.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21051999_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)