Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
Licence: In copyright
Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
115/394 page 103
![speziellen nicht gleichgültigen Yerliiste an Alkali arbeitet der Organismus znnächst dadurch entgegen, daß er dieselben in möglichst saurer Form (als saure Salze) entläßt. Man benützt daher zeitweilig anorganische Säuren als Mittel, alkalische Reaktion des Harns zu heseitigen resp. die Acidität zu erhöhen z. B. bei Oxalurie. Außer dieser Schutzmaßregel besitzt der Fleischfresser noch eine zweite. Die Harnstoffhildung ivWd eingeschränkt und das hierdurch verfügbare Ammoniak zur Neutralisation der Säure be- nutzt. Dem Pflanzenfresser (Kaninchen) fehlt diese Fähigkeit voll- ständig. Es geht daher auch an Alkaliverlust zu Grunde, noch ehe die Ileaktion des Blutes völlig neutral geworden ist. Beim Omni- voren (]\rensch) ist sie vorhanden, jedoch in nicht ausreichendem Maße, ^lassenhafte Bildung von organischen Säuren innerhalb des Oi’ganismus, welche bei darniederliegender Oxydation nicht ver- brannt, son dernausgeschieden werden (/i(-Oxybuttersäure bei Dia- betes mellitu.s) führen daher zu einem so starken Verlust von Al- kalien, daß schwere Störungen und Tod die Folge sind (diabetisches Ooma). Bisweilen gelingt es, diesem Ausgange durch rechtzeitige künstliche Zufuhr von Alkalien entgegenzutreten. Ob eine inäUige Verminderung der .\lkiile.sceuz durcli fortgesetzte kleine Gaben von uiiverbrennlichen Säuren zu einer therapeutisch ansnützbaren Herab- setzung der Stoffwechselintensität und damit zu einer 'Wiedereinsetzung der Säuren als Temperantia und Antiplilogistica im Sinne der älteren Medizin führen kann, ist niclit untersucht. B. Alkalien. Unter dieser Bezeichnung sollen die alkalisch reagieren- den Verbindungen der Alkali- und Erdmetalle: die Oxyde, Hydroxyde, Karbonate, Seifen und Sulfide Itesitrochen werden, der Borax findet Itei den Antiseptica Erwähnung’- Wirkung der Alkalien beruht auf dem Vermögen mit den Eiweißkörpern der Oeicehe sich zu Alkalialhuminaten umzusetzen und Säuren zu 7ieu- ralisiei’en. l. Freie Alkalien. a) Reiz- und Ätzmittel. *üquorAmmoniicaustici, j-Ammonia, Anrmoniakflüssigkeit, Salmiak- geist, eine loprozentige Lösung von .Vmmoniakgas in Wasser, wird mit 01 oder Seife gemischt zu hautreizenden rAnimenten gebraucht und dient als volkstümliches Reizmittel der Nasenschleimhaut hei Ohn- mächten und Schwächezuständen. Letzteren Zweck erfüllt auch das ebenfalls flüchtige'|*Ammonium carbonicum. bekannt unter dem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0115.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


