Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![^[an venvendet da das Gas iiiclit liandlich und eine halbpro- zentige Lösung das C li lor wa ss e r, *7A q u a, c li 10 r a t a s. (’lilori auch ini Diinkelu aufbewahrt niclit haltbar ist, geAVöhulich den Chlor- kalk, *Calcaria chlorata, ‘j'Calcium hypochloratum, ein weißliches hygroskopisches Pulver von starker alkalischer Eeaktion, das ini wesentlichen aus unterchlorigsaurem Kalk besteht und leicht unter Abgabe von (Eilor sich gesetzt. Schon die Kohlensäure der Luft setzt allmählich die unterchlorige Säure in Freiheit, welche dann sofort in Chlor, Sauerstolf und Wasser zerfällt: 2 (dOH = LI2 -t- 0 -h H2O. In gleicher Weise verhält sich auch die als Fleckwasser gebrauchte, unter dem Namen Javellesche Lauge be- kannte konzentrierte Lösung von unterchlorigsaurem Kali. Konzen- trierte wässerige Lösungen von Chlorkalk verwendet man häufig zur wirksamen DesinfeMion der Hände, verdünnte (0,1 bis 0,5o/n) zur Waschung und Ausspritzung von jauchigen Wunden und für suhhufune Injektionen hei Schlangenbiß rund um die getrolfene i Stelle. ^ Bei Zusatz von Miiieralsäureu zu Chlorkalk wird die Entwicklung reichlich und rascli. Mau Itenützr diese Chlorentwickluug zur DeAnfektiou von Räumen. 0. 25 Kilo Chlorkalk mit 0,:i5 Kilo roher Salzsäure übergo.ssen genügen, um i>ro Raummeter einen anfänglichen Chlorgehalt von 1 “/o zu erzeugen. Man verteilt die Reagentien in mehrere möglichst hoch anfgestellte Schalen, damit das schwere Gas sich nicht am Boden ahlagert, und sorgt für genügende Feuchtigkeit, damit es leichter in die Gegenstände eindringen kann. Die Desinfektion hleil)t trotzdem aus den oben angefülirten Gründen meist nur eine ganz oberflächliche. Auüerdem ist große Vorsicht geboten, tichon Einatmungen von chlorhaltiger 1, uft von 0,001 ® 0 während einiger iitunden genügen, um Entzündung der Luft- wege herheiznführen. Höhere Konzentrationen wirken natürlich in sehr viel kürzerer Zeit. Jodtrichlorid CI3J, rotbraunes, äußerst hygroskojiisches, scharf riechendes Pulver wird wegen seiner starken desinfizierenden, das Gewebe aber w'cnig reizenden Wirkung in 1 jjromiUiger Lösung an Stelle von Chlorwasser oder Sublimat, namentlich bei Augenoperationen %’iel benützt. Man hält sich eine lOpro- zentige Stammlösung, da die verdünnte sich sehr bald unter Abgabe von Jod- dämpfen zersetzt. Fluoralkalien sind gute Antise])tica und finden de.shalb in der Spiritns- fabrikation zur Unterdrückung störender Nebengärungen neuerdings vielfache V'envendung. Ver.suche mit Fluorverbindungen in therapeutischer Hinsicht sind wegen ihrer erheblichen Giftigkeit nur mit Vorsicht zu unternehmen. *Kalium permanganicum, fKalium hypermanganicum, übermangan- saures Kalium, KMnOj. Die dunkelviolel ten, in 2ü Wasser löslichen Kristalle oxydieren energisch alles Organische unter Bildung brauner ^langanoxyde. Konzentrierte Lösungen wirken daher ätzend und töten :\Iilzbrandsi)oren innerhalb eines fi’age.s. Verdünnte (noch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0133.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


