Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![mittel ist und bei clironisclien Sclnväclieziiständen aller Art mit Recht geschätzt wird. Bis vor einigen Jahren kannte man in Enro})a nur den Kvimis, das durch alkoholische Gärung von Stutenmilch hergestellte Xational- getränk der Kirgisen. Jetzt kommt auch das Ferment in den Handel, mit dem die Bewohner des Kaukasus sich ein ganz ähnliches alkoholisches Ge- tränk aus Kuhmilch, den Kefir, bereiten. Dieses P'erment, die Kefirkorner, ist im wesentlichen ein Gemenge von Bierhefe und ge- wissen Spaltpilzen, durch deren Zusammenwirken die mit Hefe allein nur schwer vergärbare Kuhmilch leicht in Milchschaumwein um- gewandelt werden kann, während dieses früher nur mit der in Westeuropa selten zu habenden Stutenmilch möglich war. •1. Biere. Sie enthalten 3—ö^/o Alkohol und bedeutende iVfengen freier Kohlensäure; als charakteristischen Bestandteil führen sie Hopfenbitterstoif (den Amara zuzuzählen), wogegen die kongestiven Äther und Ester der Weine und Branntweine ihnen völlig abgehen, daher Bier viel eher Müdigkeit und Schlaf erzeugt als die meisten Sorten der erstgenannten Getränke. Der Gehalt an sonstigen festen Stoffen ist gering, .3—4<>/ü; er wird häufig bezüglich seines Nähr- wertes bedeutend überschätzt. Anujlnitrlt. *tAmylium nitrosum, Salpetrigsäureamylester, CsHt i .O.NO, ist eine gelbliche, fruchtartig riechende, sehr flüchtige Flüssigkeit, wenig löslich in Wasser, leicht in Alkohol und Äther. Sie besteht aus u- und //-Amylnitrit und Isobutylnitrit und wird durch Ein- leiten von salpetriger Säure in Gärungsamylalkohol erhalten. Am Lichte leicht zersetzlich, darf sie nur in dunklem Glase aufbewahrt werden. WIvItufKj, Die Einatmung des Dampfes von 3—5 'Jh‘0])fen erzeugt sofoit eine flammende Rötung des Gesichtes und Halses, sowie ein Gefühl von Hitze und Völle im Kopfe und von Klopfen der Arterien. (41eichzeitig wird der Ibils frequenter und etwas voller, auch die Atmung gewöhnlich tiefer und häutiger. Die Irsache diesei- rasch voi-übergehenden Erscheinung ist eine zentral bedingte starke Erweiterung der Gefäße der Gehirn- oberßücJie, des Gesichtes und in almehmendem ]\laße der ganzen oberen Körperhälfte. Die Veiünderungen des Pulses sind lediglich böigen dieser Hyperämie (Nachlassen des \'agustonus). Anklänge an diese Wirkung lassen alle bereits behandelten 14*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0223.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


