Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Anhantj. Bromide der Alkalien. Die Broiiialkalieii mögen, obwohl chemisch nicht in dieses Ka- pitel gehörend, der ähnlichen Wirkung und Anwendung wegen hier angereiht werden. Olfizinell sind; Kalium bromatum, Kaliumbromid, Bromkalium, KBr, mit G7'Vo Brom. *tNatrium bromatum,Natriumbromid,Bromnatrium,NaBr-k^HaO, mit 57,6*^/0 Brom. *fAmmonium bromatum, Ammoniumbromid, Bromammonium, NH4Br, mit 81,6**/,, Brom. Alle drei sind kristallisierte, neutrale, in Wasser leicht lösliche Stoffe von scharf salzigem Geschmack. ♦Acidum hydrobromicum, Bromwasserstofifsäure, 25 “/o HBr enthaltend, soll zu 0,1—0,3 mehrmals täglich in starker Yerdünnnng mit Wasser gegeben, den Vorzug haben, weniger XebenWirkungen als Bromkalium hervorzurufen. Wirku'ltg. Örtlich zeigen die Bromalkalien die allen Alkali- salzen eigene reize^ide Wirlcuny, das Bromnatrium besitzt sie am schwächsten, das Bromammonium am stärksten. Die subkutane Anwendung ist darum nicht möglich, und auch die innerliche Dar- reichung darf nui- in Lösung geschehen. Eesorptiv wird schon beim normalen Menschen in einmaligen oder wiederholten Gaben von 2,(>—4,0 die ErregharJeeit des zentralen Nervensystems merklar herahgesetzt, so daß geistige Abspannung und leichte Schläfrigkeit sich eiiistellt, und die Reflexe weniger leicht amslösbar werden. Da die drei offizineilen Salze die Wirkung in gleicher Weise nach i\Iaßgabe ihres Bromgehaltes zeigen, geht dieselbe jedenfalls vom Bromion aus. Sehr hohe Dosen, 10,0—15,0 pro die hatten in einigen Fällen plötzliche Er- blindung zur Folge, welche nach dem Aussetzen des Mittels wieder verschwand. Ausdauernder Gebrauch der Bromalkalien erzeugt bei manchen Personen eine chronische Vergiftung, welche man als Bromis- mus bezeichnet. Die erste, manchmal schon nach 1 —2 Dosen zu beobachtende Erscheinung ist ein pustulöser Hautausschlag, die Akne^ in einzelnen Fällen verbunden mit Conjunctivitis, Anschwellung der Rachenschleimhaut und bronchialer Reizung. Diese vSymptome werden in analoger Weise wie die p]rscheinungen des Jodismus auf das F’rei werden von Brom wasserstoffsäure, resp. Brom an diesen Orten zurückgeführt. Hierauf folgen bei längerem Gebrauche mehr](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0225.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


