Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![forderlich. Namentlich bei wiederholter Darreichung treten infolge Kumulierung Vergiftungen sehr leicht ein, weil das Sti^chnin nur langsam ausgeschieden wird. Im Harn läßt es sich noch nach 8 Tagen nachweisen. Bei Dyspepsieen und bei Darmkatarrhen, welche mit Durchfällen einhergehen, sind Präparate von Semen Strychni: *fExtractum Strychni in Pulvern und Pillen zu 0,01—0,03 und namentlich *fTinctura Strychni in Tropfen zu 2—10 wohl wey:en ihrer Bitterkeit, in Huf gekommen. Erfolge sind zweifelhaft. Für die ajideren Anwendungen ist es besser, sich des sicher dosierbaren salpetersauren Strychnins zu bedienen. Maximaldosen. Stryohninum nitricum Semen Strychni Extractum Str^^chni Tinctura Strychni Ph. G. und Ph. A. 0,01 (0,02)! 0,1 (0,2)1 0,05 (0,1)1 1,0 (2,0)1 Ib Strychnini nitrici 0,03 Rad. et Succi Liquiritiae ana 1,5 M. f. pil. No. 30. DS. 2—3 mal täglich 1—2 Pillen. [Jede Pille enthält 0,001.] . . ^ Strychnini nitrici 0,02 Aquae 10,0 MDS. Zur subkutanen Injektion. [1/4—1 Spritze = 0,0005—0,002.] Rezept-Beispiel e Anhang. An die durch das Strychnin repräsentierte Gruppe der teta- nischen Rückenmarks-Krampfgifte möge hier die zweite Gruppe der tyi)ischen Krampfgifte, die konvulsivischen Hirn- krampfgifte angeschlossen werden, obgleich die zugehörigen Stoffe nicht in die Klasse der Alkaloide gehören. Pikrotoxin ist das kristallisierte, stickstofffreie, in 150 kaltem Wasser lösliche, sehr bittere, giftige Prinzip der Kokkelskörner, der Früchte von Anamirta cocculus, einem zu den Meuis])ermeen gehörigen Kletterstrauche des ostindischen Archipels. Ihm chemisch und pharmakologisch älinlich sind das Cicutoxin des Wasser- schierlings, Cicuta virosa (Böhm) und der Rebendolde, Oenanthe crocata (Pohl), das Coriamyrtin aus (.'oriaria myrtifolia (Mittolmeer), dasSikimin in den dem Stemanis ähnliclien Früchten von Ilicium religiosum (Japan) und die Spaltungsprodukte der Digitaline. Man hat diese Stoffe als „Hirnkrampfgifte“ bezeichnet, da sie durch Er- regung der Zentren des verlängerten Clarks henchJcunigie Atmung, Blutdnich- stdgerung, rulsi'erlangsnmung, TnnpcrnturherahHcfzung, dann votiHegend klonische, nicht reflektorische Krampfanfälle mit folgertder Lähmung erzeugen. Therapeutisch ist Pikrotoxin neuerdings, auf Grund von Tierversuchen, als Antidot gegen Narcotica, Chloroform, Chloral empfohlen worden. Ver- suche an Jlenschen dürften mit 0,001—0,005 zu beginnen sein. V. Tappeinor, Arzneimittellehro. 6. Anfinge. 15](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0237.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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