Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
Licence: In copyright
Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
27/394 page 15
![Allgemeine Arzneiverordmingslelire. L Abknilft der Arzneimittel. Pharmazeutische Präparate. Die Apotheken (Aufbewahrungsorte) eines Landes sind gehalten, eine gewisse Anzahl von Mitteln jederzeit in gutem Zustande vor- rätig zu führen. Sie werden von staatlichen Kommissionen darauf- hin revidiert. Damit keine Zweifel bestehen, welchen Anforderungen hierbei Genüge zu geschehen hat, gibt der Staat von Zeit zu Zeit nach Maßgabe der Fortschritte in Medizin und Pharmazie amtliche Verzeichnisse dieser Mittel nebst Angabe ihrer p]rkennungszeichen und Prüfungsmethoden auf Reinheit heraus. Diese Verzeichnisse heißen Ärzneihüche)- oder Fharmalcopöen und die darin aufgeführten Mittel offizineile Mittel, zum Unterschiede von obsoleten, d. h. älteren Mitteln, welche nicht mehr aufgenommen wurden, und neueren welche nicht allseitig in Gebrauch gelangten oder bei Ausgabe der letzten Auflage noch nicht bekannt Avaren. Die Arzneimittel sind sehr verschiedener Herkunft. Ein Teil besteht aus reinen Stoffen, welche die chemische Industrie aus Naturprodukten oder auf synthetischem Wege darstellt. Früher kaum vertreten, gewinnen sie mit Recht mehr und mehr die Über- hand. Ein anderer Teil sind liohstofi'e (Drogen) dei’ Naturreiche, namentlich des Pflanzenreiches (Wurzeln, Rinden, Hölzer, Blätter Blüten, Früchte). Den dritten d'eil bilden die daraus hergestellten pharmazeutischen Präparate, welche die wirksamen Bestandteile nur in etAvas isolierterer, aber noch nicht i-einer Form enthalten und darum zum [Unterschiede von den chemischen Präpai-aten, Avelche dieser Anforderung genügen, pharmazeutische genannt Averden. Die genaue Beschreibung ihrer Eigeiiscliaften und ihrer Herstellung ist Aufgabe der pharmazeutischen Chemie; hier soll nur das zu ihrer Dosierung und Verordnung unumgänglich NotAvendige bemerkt Averden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


