Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Resorptiv iiacli Einspritzung von 0,2 mg kommt es bei Hunden, nach 0,05 bei Kaninclien zu einer Steigerung des Blutdrucks bis zum I)ieilachen, welche nur von kurzer Dauer, durch fortgesetzte Injektion aber anhaltender ist. In höheren Dosen erfolgt der Tod durch Ätmungs- oder- HerzUUimung. Bei Menschen erzeugen'schon 0,2 mg Herzklopfen, Beklemmungen, Atemnot. Auch eine chronische Vergiftung ist beobachtet. Nach wochen- langer Injektion von 0,1—1,0 mg in die Vena jugularis von Kaninchen kommt es zu herdförmiger Zerstörung der IMuskelzellen der Media mit rasch eintretender Verkalkung und charakteristischer Ver- änderung des elastischen Gewebes. Aiisbildung von Aneurysma ist die Folge dieser meist auf den Brustteil der Aorta beschränkten Wirkung. Anwendung. Nach den eben besprochenen Erfahrungen therap. Anwen- dung über das resorptive Verhalten ist selbe auf die örtliche Applikation zu heschränken, hier bildet Adrenalin das wertvollste Mittel zu Anümisie7-ung resp. Blutstillung, ganz besonders in Kom- hination mit lokalen Anästhetica in der Weise, die bereits bei Kokain besprochen Avurde. Wichtig ist die experimentelle, durch Messung der ausfließenden Blutmenge bei Fröschen festgestellte Tatsache, daß die Adrenalinwirkung durch viele dieser Mittel abgescliAvächt oder ganz aufgehoben wird z. B. durch Tropakokain. Nur das Kokain und noch mehr das Novokain sind verträglich. Hydrastis, Hydrastinm, Kotarnin. *E.hizoma Hydrastis, j'Radix Hydrastidis, Canadische Gelb- wurzel dei' Eanunculacee H^'drastis canadensis und ihr grünlich braune.s, Aviderlich bitter schmeckendes *fExtractum Hydrastis fluidum enthält das Alkaloid Hj^drastin, das den Opiiimalkaloiden nahe steht und vasotonisch, in größei'en Dosen narkotisch-tetanisch wirkt. Durch oxydative Spaltung entsteht ein neues Alkaloid, das Hy d rast inin, nach der Gleichung: C2iH‘2|NOü + 0 = OiiHuN02 + CioHio05 Hydrastiii H^’ilrastinin 0]iiansänre Durch eine ganz analoge Spaltung entsteht aus dem Opium- alkalüid Narcotin (Oxymethylhydrastinin) neben Opiansäiire das Üütarnin Ci2Hi5N04. Beide Stoffe Avirken, ehe noch andere Er- scheinungen auftreten, stark gefüßzusammenziehend und hlutdruck- erhöhend, Avahrscheinlich durch direkte Beeinflussung der GefälUvand. Das Hydrastinin ist oftizinell als *Hydrastinum hydrochloricum.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0280.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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