Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Die Extrakte werden zwar noch viel gebraucht, sind aber wenig zweckmäßig. Die wirksamen Stoffe erleiden nämlich durch das Eindanii)fen hänffg Zersetzung, welche je nach dem dabei einge- haltenen Wärmegrad und anderen in den Pharmakopöen wechselnden speziellen Vorschriften verschiedenen Umfiing annimmt. Die offizi- nellen Extrakte haben daher oft sehr verschiedenen Gehalt an wirk- samen Stoffen, sodaß man wenigstens die starkwirkenden Extrakte, wenn möglich, durch die rein dargestellten Stoffe ersetzen sollte. Von diesem Übelstande weniger berührt sind die neuerdings offizinell gewordenen, in Amerika schon lange üblichen Extracta fluida. Sie sind nach Konsistenz und Herstellung etwa als konzen- trierte Tinkturen anzusehen. Die Droge Avird durch Aviederholtes Aufgießen des Auszugsmittels (einer Alischung von Weingeist und Wasser) völlig erschöpft und der gereinigte Auszug durch Eindampfen im Vakuum soAveit konzentriert, daß ein Kubikzentimeter des Extraktes einem Gramm dei‘ angeAvandten Droge entspricht. Die Dosierung des Fluidextraktes ist demnach sehr einfach und bequem. Es bleibt jedoch immer zu beachten, daß in dem Fluidextrakt nur die in der angeAvandten Auszugsflüssigkeit löslichen, wirksamen Stoffe der Droge enthalten sind und auch diese durch das allerdings nicht Aveitge- triebene Pnudampfen eine Zersetzung erfahren können. Die Dosen können daher auch hier oft nur durch die chemische oder pharma- kologische Untersuchung richtig gestellt Averden. Von fliesen ans getrockneten Pflanzen liergestellten ifliannazentischen Präpa- raten wesentlich verschieden sind von üolaz & Cie. durch Dialyse an.s frischen Pflanzen in haltbarer Form gewonnene Dialysäte. Sie enthalten die Avirksainen Bestandteile nnverändert ninl im moleknlaren Zusammenhänge mit den anderen Bestandteilen des Zell.saftes. Die Dosierung ist analog den Fluidextrakten, 1 ccm rUalysat «= 1 g der frischen Pflanze. II. Arzneiformel, Rezept. Pharmakothera])eutische Anordnungen (Ordinationen) können mündlich oder schriftlich erlassen Averden. Arzneimittel, deren An- Avendung völlig unbedenklich erscheint, und Avelche häufig auch so als Hausmittel in Gebrauch sind, Avie l’eespezies. Lebertran. Hoff- mannsgeist. MineralAväs.ser, Averden ZAveckmäßig durch nnindlichn Varordnuiu) bestimmt. AA^eil sie dann in den Apotheken im billigeren Handverkaufe verabfolgt Averden. Zur T.'nt.erstützung des Gedächt- nisses fügt man auch Avohl den Amlkstümlichen Namen nebst (3!e- brauchsanAveisung auf einem Zettel hinzu. Es ist dies noch keine schriftliche Verordnung im strengeren Sinne. Alle. .Mittel Amn stär- V. Tappoiner, Arznoimittollehro. •>. Auflage. 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


