Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![wenn dem Auftreten von Jfezidiven durch weitere Gaben während der näciisten Tage vorgebeugt wird. Bei den perniziösen PMebern hingegen, welche durch lialbinond- bildende Parasiten erzeugt werden und häutig einen melir kontinuier- lichen oder irregulären Typus zeigen, ist eine mehr kontinuierliche Chinin-Behandlung am Platze, eine große Dosis vor resp. während des Anfalles, um die bei der Teilung gebildete junge Generation, und kleinere wiederholte, um die allmählich aus den Halbmonden sich entwickelnden Parasiten zu treffen. Das (ffiinin wirkt um so besser, in je größerer Konzentration es im Blute versammelt werden kann. Außer der Dosis ist be- sonders die Verabreichungsart von bestimmendem p]influß. Pastillen oder Oblaten-Pulver lösen sich mit genügender Kaschheit nur bei Gegenwart von Säure. Da nun in allen fieberhaften Zuständen die Mageusaftbildung darniederliegt, ist das Nachtrinken einei* Limonade angezeigt. Besser ist die Verabieichung in Lösungen, namentlich in jenen, Avelche resorptionsbefördernde Stoffe wie Alko- hol, Gewürze oder scharfe Stoffe enthalten. Am besten wirken subkutane und intravenöse Injektion, welche man in den schweren, komatösen Fällen anw'endet, die sonst häutig letal ausgehen. 2. Als allgemeines Antipyreticum wurde Chinin zunächst, nach- dem das Bedürfnis nach solchen Mitteln rege wurde, viel angewandt. Es bewirkt in Dosen von 1,0—2,0 bei zu Remissionen geneigten Fiebern (Typhus) nach etwa 3 Stunden eine nahezu 'Tag an- haltende Temperaturerniedrigung um mehrere Grade. Durch neuere jMittel, w'elche geringere Nebenwirkungen veranlassen, längere Zeit in den Hintergrund gedrängt, findet es gegenwärtig in der Behand- lung des Typhus, der Pneumonie und des Puerperalfiebers wieder mehr Beachtung, mit Recht jedenfalls schon darum, weil es nicht lediglich so rein symptomatisch nur die 'Wärmeabgabe befördert, sondern auch die Wärmebildung einschränkt. 3. Gegen neuralgische Leiden. Die günstige Erfahrung mit großen Chiningaben gegen Neuralgien, welche typischen Verlauf ein- halten und auf Malariainfektion zurückzuführen sind, war die Ver- anlassung, es auch gegen andere nicht aus dieser Ursache stammende zu versuchen. Plin Plrfolg ist zuweilen nicht abzuleugnen und be- ruht auf dem allen AntipjTetica mehr oder weniger eigenen, be- ruhigenden Plinfluß auf das zentrale Nervensystem. 4. Als „Tonicum“. Dieser alteingebürgerte Gebrauch schreibt seine Enstehung wohl dem eminent bitteren Geschmacke des Chinins und der (ffiinarinde zu. Ob er wirklich eine Berechtigung hat. ist](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0293.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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