Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
Licence: In copyright
Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
303/394 page 291
![Antipyrini A(iuae Mucil. Amyli MDS. Zum Klistier. 2,0 Antipyrini A(iuae (p s. ad ccm V. ana 25,0 DS. Zur subkutanen Injektion. 11 ccm = 0,5 Antipyrin.] Flieiiacetiii. *Phenacetinum, •fAeetphenetidiiium, ist die AzetylVerbindung des p-Plienetidins (Ätliylätliers des p-Ainido- phenols) und bildet farblose Kristallblättchen ohne Geruch und Geschmack, in 1400 Wasser und 16 Weingeist löslich. In Pulvern zu 0,5 ist es ein Antiinjreticim^ in solchen zu 1,0 ein vortreff- liches Analgeticum, das vor dem Antipyrin den Vorzug des selteneren Eintritts von Nebenerscheinungen hat. Vermöge seiner chemischen Verwandtschaft mit Anilin ist es anderseits aber ein starkes Bluigift. Es erzeugt Methaemoglobi- naemie mit allen bereits beim chlorsauren Kali geschilderten Folge- erscheinungen, Die Anfänge dieser Haemolysis akuter Form ti-eten bisweilen schon in Gaben auf, die der JMaximaldosis nahe stehen. Das gebildete Methaemoglobin ist in solchen Fällen selten so groß, um durch sein Ei'scheinen im Harn auffällig zu werden, wohl aber gibt sich sein Dasein durch eine eigenartige Cyan ose (Blaufärbung) durchsichtiger Körperteile — Lippen, Nasenspitze, Augenlider, Bindehaut, Fingernägel — kund. Zu Haemolysis chronischer Form führt nicht selten der lange fortgesetzte Gebrauch. Sie ist um so bedenklicher, als sie zunächst symptomlos verläuft und erst allmählich durch die Abnahme der Erythrocyten im Blute sich offenbart. *tAcetanilidum, Antifebrin, CoH.'.XH . GOCHs, weiße in 200 Wasser lös- liche Kristalle, ist der Vorläufer des Phenazetins und wurde 1S87 zufällig infolge einer Venvechseluug als Antipyreücum und Analgeticum erkannt. Es Avirkt in dieser Weise schon in kleinen Dosen 0,25—0,5, ist aber zugleich ein noch viel stärkeres Blutgiff als das Phenazetin und von diesem daher mit Recht so zieralicli verdrängt Avorden. Sein FortgehraAich ist nur durch den erheblich geringeren Preis einigermaßen gerechtfertigt. Jlaximaldosen. Phenacetinum (Acetphenetidinum) 1,0 (3,0)! Phenylum salcylicum — Antipyrinum — AcetanUidum (Antifebrinum) Ph. G. Ph. A. 0,5 (1,5)1 0,5 (2,0)1 1,0 (3,0)! 1,0 (3,0)1 salicylicum Coffeino-citricum 2,0 (0,0)1 2,0 (0,0)1 2,0 (0,0)1 1,5 (3,0)1](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0303.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image