Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![ihr Auftreten nicht zn vei-hindern, ebenso auch niclit Atroi»in, es beschränkt als sekretionshemmendes JMittel nur ihre Intensität. Als Ursache des Jodismus ist das Auftreten von freiem Jod an- zusehen, das niitei- gewissen Bedingungen — der Zutritt von Sauer- stolf ist offenbar eine derselben — aus den in den Sekreten der Haut und der Schleimhäute enthaltenen Jodalkalien statttindet. Der Vorgang ist analog der Bildung von Jod in Jodkaliumsalbe. Die von iilterou .Irztcii behauptete allgemeine Ahmagening nach lautem Jod- gebrauche war man später geneigt, auf Ivatarrhe des 3I.agens zu beziehen. Die- .selben können sowohl nach schlechten, jodsaure Salze entlmltenden Präparaten sich einstellen, da ilie Jodsäure im Magen durcli die Magensalzsäure sofort unter Abscheidung von Jod zerlegt wird, oder auch einer nachträglichen Ausschei- dung von Jodaikali auf die Magenschleimhaut mit nachfolgendem Frei- werden von .Tod ihren Ursprung verdanken. Nach neueren Untersuchungen von F. Voit, Henrijean und (’orin wird indes tatsächlich durch hohe Do.seu (15 g pro die) der Eiwei ü- und Fettbestand herabgesetzt. Leukocj’ten- anlockung scheint dabei eine RoUc zu spielen. Nach den in den letzten Jahren über die physiologische Bedeutung der Schilddrüse erlangten Kenntnissen laß sich die Abmagerung nach Jodgebrauch auch mit allzureichlicher Bildung von Jodothyriu in Beziehung bringen. Kapitel XXIV. Akute Vergiftung durch Jodkalium, welche auch bei Verwendung von Jodnatrium auftritt und somit mit Kaliwirkung nichts zu tun hat, ist zwar bis- her nur aus Tierexperimeuten bekannt, bei den jetzt bisweilen am Menschen an- gewendeten sehr hohen Dosen aber nötig, vom Arzte beachtet zu werden. 0,7 Jod- natrium pro Kilo intravenös beigebracht, töten Tiere nach Verlauf eines Tages unter Erscheinungen von Dyspnoe, Narkose, pleuritischen Exsudaten und Lungen- ödem. Dasselbe wird neben liämoglobinämie und Hämaturie auch bei Injektionen von Jodlösungen in entsprechenden Mengen (0,04 ]tro Kilo) beobachtet (Böhm). Anwendung. Die Indikationen für Jodgebraucli beriilien auf rein empirischer Grundlage. Sie sind liauptsächlich auf die Beseitigung pathologischer Wucherungen und Hj^ier- trophien sowie der Eückstände clironischer Entzündungen gerichtet. 1. Die sichersten, oft ganz überraschenden Erfolge erzielt man bei den verschiedenen Formen der tertiären Syphilis, den Knochen- affektionen, Gummabildungen, Augenerkrankungen und Hautexan- themen (eingeführt von Wallace 1836). 2. Befriedigende Ergebnisse zeigen sich häufig auch bei der einfachen Hypertrophie der Schilddrüse, ehe noch Kolloidentartung in größerem Umfange eingetreten ist, sowohl bei innerlicher wie äußerlicher Anwendung. 3. Zweitelhatt ist der Einfiiiß auf die STcrogjhulose, ihre Drüsen- schwellungen, Knochen- und Gelenkerkrankungen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0307.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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