Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![din]?s direkt nur auf Radien und äußere Teile des Kelilkopfes zu erstrecken und nur mittelbar die tieferen Luftwege zu beeinßussen, im Darmkanal aber küiinen diese Stoffe bis in die tieferen Abschnitte gelangen. Ganz besonders gilt dies für die Pflanzensclileime und Gummiarten, welche nur langsam und unvollständig in resorptions- fähige Körper umgewandelt werden. 3. Als die Resorption sonst leicht aufsauyharer Körper zu verzögern. Durch Versuche an l\Ienschen und Tieren ist festgestellt, daß die Resori>tion von Wasser, Salzen, Zucker, Peptonen und Arznei- stoffen im Magen und im Darm durch schleimige Stoffe erheblich ge- hemmt wird. Therapeutisch wird dies besonders dann ausgenützt wenn es gilt, Arzneimittel, welche auf den Darm wirken sollen (Abführmittel, Adstringentia, Antiseptica) an der vorzeitigen Resorption zu liindern und so tiefer in den Darm hinabzuiühren. Auf der Zurückhaltung von Wasser beruht die Verwendbarkeit von Agar-Agar bei chronischer Obstipation (vgl. Kap. XI, Gort. Frangulae) Auch die in der Praxis häufig zu findende Bevorzugung von Extrakten gegenüber reinen Stoffen bei verschiedenen ört- lichen Anwendungen ist auf die Gegenwart von Schleimstoffen zu- rückzuführen : dieselben halten den wirksamen Stoff' länger am Orte fest, wo seine Wirkung gewünscht wird. 4, Zu Breiumschlügen-Kataplasmen. Durch die feuchte Wärme d. h. durch die Verhinderung der Verdunstung und der Wärmeabgabe bei Gegenwart von Mucilaginosa wird der Wassergehalt der damit behandelten Haut- oder Schleimhautpartien erhöht und eine Quellung, Erweichung und Entspannung herbeigeführt. Man teilt die Mucilaginosa ein in: a) HtärUearten. *f Amylum Tritici, Weizenstärke, und andere Stärkesorten des Handels. Die Stärke ist in kaltem Wasser unlöslich und daher passen- des, indifferentes Verdünnungsmittel (Puder) für Streiqmlver. 31 it heißem Wasser quillt sie zu einer schleimigen Masse, dem bekannten Stärkekleister auf, der geeignet ist zur Herstellmig von Rasten bei Hautkrankheiten und als Adjuvans und Constituens für Arznei- Klysmen, deren längeres Verweilen im Danne man durch möglichste Abschwächung der peristaltikauslösendeii Reize sichern will. Wird ein solches Klysma im Hause bereitet, so unterlasse man nicht an- zugeben, daß das Stärkemehl, '/2— 1 Eßlöffel voll, zunächst mit etwas](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0057.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


