Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Säuerliche: Sirupus Rubi Idaei, Himbeersirup. Die Ph. G. führt außerdem noch den wohlschmeckenden (nahezu als indifferent zu bezeichnenden) Sirup. Liquiritiae, Süßholzsirup, und den Kirschensirup Sirup. Cerasorum; die Ph. A. die Fruchtsirupe: Syrup Ribium (aus Johannis- beeren), Syrup. Mororum (au.s Maulbeeren) und den aromatischen Syrupus Aurantii tlorum (S^’rupus Xaphae). Außerdem führen noch beide Pharmakopöen Sirupe mit Auszügen aus stärkerwirkenden Drogen: narkotische, abführende, brechenerregende usw. Ihre Anwendung ist auf die Kinderpraxis zu besclirünkeii, wo solche stark ver- süßte sirupö.se Mixturen auch Liuctus, Lecksaft genannt, nicht zu umgehen sind. Die Gewohnheit, sie bei Erwachsenen als Adjuvantia und gleichzeitig Corrigentia entsprechenden Mixturen und Infusen zuzusetzeu, ist nicht empfehlenswert, da man diese Zwecke einfacher und billiger durch die Wahl einer etwas größeren Dosis des Hauptmittels und eines gewöhnlichen Sirups erreicht. *fElaeosacchara, ölzucker, werden durch Verreiben von 1 Tropfen eines ätherischen Öles mit 2 g Zuckerpulver hergestellt. Die bekanntesten sind Elaeosacoharum Cinnamomi, Citri, Foeniculi, Menthae aus dem offizineilen ZimD, beziehungs- weise Citi’onen-, P’encliel-, Pfefferminzöl. Sie besitzen den (xeschmack und Geruch die.ser (3Ie und dienen als Corrigentia für Pulver, und auch für Flüssigkeiten 8—10:150—200. *fSaccharum Lactis, Milchzucker. Wird an der Luft weniger leicht feucht als Kohrzucker, daher als Comtituens für wasser- anziehende Pidvermischnngen geeignet; als Corrigens der geringen Süße wegen nicht zweckmäßig. Besitzt in größeren ]\rengen (30 bis 100 g) diuretische Eigenschaften und wird auch als leichtes Ah- führmiftel teelöffelweise bei Kindern gegeben. -;-Mel depuratum, gereinigter Honig, ist wie der rohe Honig fMel cru- <lum im wesentlichen eine konzentrierte Lö.sung von Traubenzucker und Invertzucker (Fruchtzucker) neb.st Sjiuren von ätherischen Ölen, welche je nach dim Pflanzen, von denen die Bienen ihn sammelten, verschieden sind und den besonderen Germdi und Geschmack bedingen. Manche Personen ‘werden nach aeinern Genüsse von Nesselsucht befallen. In sehr seltenen Fällen, wenn von Giftpflanzen stammend, kann er auch wirkliche Vergiftung veran- lasse.n.' Als Honig wird häutig ein K\instprodukt amsg-egebeu, nämlich dextriu- haltige verzuikiwte Stärke. Solche W'are wirkt verdauuugsstörend wie Kunst- weinc (vergl. diese). Honig wird gebraucht iils Idchtes AhfulirmitM. Als Con- i^tituens zu Eatwergen und als Zusatz zu Mundwässern ist er wenig zweck- mäßig, da solche Medikameute wegen der beredts vollzogenen Jnvortierung noch rascher in Gärung geraten als die mit Sirup versetzten. Gleiche Verwendung- findet der mit Uosenblüteuwasser versetzte und eingedickte, gereinigte Honig ■^t^D‘1 rosatum, Kosenhonig. Pli. A. führt auch noch den Oxymel simplex, Sauerhonig, eine Mischung von 1 Es.sig mit 99 gereinigtem Honig. Mel bora- xatum (Ph. E.) ist eine Auflösung von 5 Borax in h.*) llosenhonig, zu .Mund- wasser und Pinselsäften gebraucht, vergl. Borsäure. V. T a p [10 i n o r, Arzneimittelletiro. 6. Auflage. 4](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0061.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


