Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Terpenen, denen manchmal auch noch Stoffe der Kampferreihe bei- gemisclit sind. Beides sind liydrierte cyklische Verbindungen, welche vom Benzolabkömmlinge Cymol CH3CeH.,CH(CH3)2 sich ableiten. Örtlich wirken sie auf Haut und Schleimhäute reizend, in größeren Dosen selbst entzüii düng er regend, sowie mehr oder weniger stark antiparasitär. Nach der Resorptioji wirken große Dosen auf das zentrale Nervensystem, und zwar gewöhnlich zunächst erregend und dann lähmend; kleine Dosen hingegen machen sich erst nach ihrer Ver- sammlung an den Ausscheidungsstätten (Lunge und Niere) bemerkbar, wo die Absonderung zunächst angeregt und das Sekret gleichzeitig etwas desinfiziert wird. Die Wirkung auf die Niere steigert sich leicht bis zur Kongestion und Entzündung. Nach Aufnahme dieser Mittel in das Blut ist die Zahl der zirkulierenden Leukoci/ten vermehrt und die Menge der durch intraperitoneale Aleuronatinjek- tionen erzeugbaren zelleureicheu Exs\idate an Menge bedeutend vemnindert. Wie weit diese „autiplüogistische“ Wirkung praktische Bedeutung besitzt und ob die Ansammlung der Leukocythen im Blute auch zu einem vermehrten Zerfall und somit einer Erhöhung der baktericiden Kraft desselben führt, ist noch fraglich. Je nach den besonderen, durch die Zusammensetzung bedingten Eigenschaften treten bei den einzelnen ätherischen Ölen bald diese, bald jene Wirkungen in den Vordergrund. Die therapeutische An- wendung wird dadurch bestimmt. Eine scharfe Trennung in dieser Hinsicht aber hat nicht statt; vielfach geben auch Heroinmen und Überlieferung den Ausschlag. Die hauptsächlich als Hautreizmittel, Antiseptica, Ex- pectorantia oder Diuretica angeAvandten Mittel bleiben späteren Kapiteln überlassen. Hier sollen nur die Amrzugsweise als Geruchs- und Ge- sell m acks-Corrigentia und Reizmittel für den Verdauungskanal, also als Gewürze benützten ]\Iittel besprochen werden. aj Geruchs- und Geschniacks-Corrigentia. Die meisten dieser aromatischen Stoffe sind zunächst beliebt als Eiechmittel, um indirekt erregend auf das Sensorium bei Ohn- macht und Schwächezuständen einzuwirken. Sie haben ferner eine große Bedeutung für Gesunde und Ki-anke zur Würzung der Speisen und zur Herstellung von Genußmitteln. Die individuellen Neigungen sind sehr verschieden, das Bedürfnis für mannigfaltige Mischung und für Abwechslung lebhaft, die Zahl der im Gerbrauch befind- lichen Stoffe daher sehr groß. Eine weit geringere Anzahl hingegen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


