Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Constituens für äußerlich gebrauchte Solutionen, das Öl zur Par- fümierung von Salhen. ''‘Rhizoma Iridis, ■j'Radix Iridis, Veilehenwurzel, von mehreren Irisarten Siidenropas. Der angenehme, veilchenartige Geruch, welcher der getrockneten ^\ urzel eigen ist, gab die Veranlassung zu ihrer \ielfachen Anwendung als Corrigens für Species, Zahnpulver und als Conspergefis für Pillen, auch als Kaumittel (speichelziehendes Mittel) beim Zahnen der Kinder. *jHerba Meliloti, Steinklee, verdankt seinen angenehmen, an frisches Heu erinnernden Geruch dem in vielen Pflanzen (Waldmeister) vorkommenden Kumarin. Wird zur Geruchshorrektion von Species und Pflaster verwendet. b) JMhageriniittelf Stomachica. Die aromatischen Gewmrze erzeugen, in den leeren, ruhenden Magen gelangt, allgemeine Reizung. Die Folge davon ist Hunger- gefühl, Hyperämie, Sekretion und Peristaltik. Die Erwartung, daß dadurch die normale Verdauung erheblich gefördert werde, hat sich indes nicht als zutreffend erwiesen, offenbar weil der normale ]\ragen bereits ohne diese Reizmittel die Verdauungsarbeit in kürzester, Zeit und vollständigster Weise erledigt. Hingegen ist der Kutzen dieser Stoffe hei ungenügender Leistung des Malens, wie sie bei Überladung, insbesondere mit fettreichen Speisen, bei reichlicher Ernährung in der Rekonvaleszenz und bei leichteren Erkrankungen seiner Schleimhaut statt hat, unbestreitbar. Sehr auffallend ist ferner die Förderung der Besorption der im Magen gelösten Nah- rungsstoffe (Salze, Zuckerarten, Peptone). Die Aufsaugung erreicht überhaupt erst bei Anwesenheit dieser Gewürze und anderer Magen- reizmittel (Kochsalz, Alkohol, Senf, Pfeifer) eine nennenswerte Größe (ßrandl). Der l^lagen wird hierdurch entlastet, die namentlich bei verminderter Salzsäuresekretion leicht eintretende Gärung des ^lagen- inhaltes infolge Entziehung des gärungsfähigen ^Materials unter- drückt und vielleicht auch ein direkter nutritiver Einfluß auf die iHagenschleimhaut infolge ihrer reichlichen Durchtränkung mit den zur Resorption gelangten Xahrungsstotfen ausgeübt Die Besorjüion von Arzneimitteln wird durch diese IMagenreizmittel ebenfalls er- heblich gefördert, wovon in der Arzneiverordnung vielfach An- wendung gemacht wird. Die gewöhnliche Verordnungsform dieser Mittel ist die *t1Mnctiira aromatica, 20—:i0 Tropfen mehrmals täglich, Avobei der Weingeist die Wirkung des Gewürzes unterstützt. Sie wird aus 5 Zimt](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


