Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![a) Aniura pura. *fRadix Gentianae, Enziamvurzel, von verschiedenen, großen Enzianarten des Gebirges. Entliält den kristallisierbaren gh’ko- sidisclien Bitterstoff Genfiopikrin, eine Spur ätherisches Öl und reich liehe Alengen von Zucker (12—15«/»). Sie ist darum gärungsfähig. Das geistige Destillat, welches das ätherische Öl enthält, ist der bekannte ,,Enzian“, Das dicke *‘|'Extracturti Gentianae ist ein beliebtes Pillenconstituens; die *Tinctura Gentianae und noch mehr die *fTinctura amara, welche aus Pomeranzschale, Enzian und einigen anderen Bittermitteln hergestellt wird, sind die be- liebtesten bitteren Tinkturen. •fFolia Trifolii fibrini, Bittorklee, mit *-j-Extractum Trifolii fibrini, von der einheimischen Gentiauacee Menyanthes trifoliata, Bestandteil der Tinctiira amara. ^'fHerba Centaurii (minoris), Tausendgüldenkraut, mit j-Extr. Centaurii minoris von dei’einheimischen Geiitianacee Erythraea Centauriuin. Geschätztes Bittermittel des Volkes, Bestandteil der Tinct. amara, Lignum Quasslae, Bitterholz, mit dem trockenen fExtractiim Quassiae, von zwei auf den Antillen einheimischen Bäumen Quassia amara und Picraena excelsa. Enthält den kristallisierbaren Bitter- stoff Quassiin. Der wässerige Auszug wird auch zum Vergiften von Fliegen und anderen Insekten gebraucht. *Herba Cardni benedicti, Kardobenediktenkraut mit Extr. Cardui bene- dicti von der .siideiiropäisplien Comi)Osite Cnicu.s beuedictiis. Überflüssig. *Radix Taraxaci cum Herba, fFolia et Eailix Tara.xaei. Löwenzahn, mit *-{-Extr. Taraxaci von der einheimisclien Com])Osite Taraxacum oflicinale. Ent- h<ält den kristallisierbaren und in Wa.sser löslichen Bitterstoff Taraxaciu. Der aus der jungen, vor der Blüte gesammelten Pflanze und anderen ähn- lichen (Kresse, Schafgarbe, usw.) au.sgepreÜte „Kräutersaft“, Succus Herbarum recenter expressu.s, wurde früher viel zur Vornahme sog. Frühjahrskuren (Mai- kuren) verwendet, indem 20—100 desselben morgens nüchtern, für sich oder mit Milch (^lolken) vermischt, unter entsjuechender Diät und Bewegung einige tVocheu lang getrunken wurden. Gegenwärtig nur mehr in einigen Kurorten und im Volke üblich. Die genannten jungen Pflanzen sind reich an pflanzensauren Salzen, daher auch als Amara salina bezeichnet und wirken hauptsächlich als gelinde Abführmittel und Diuretica, ähnlich wie entsi)rechende Mineralwässer, durch welche sie daher auch jetzt größtenteils verdrängt sind. b) Amara aromatica. *fHerba Absinthii, Wermut, von der einlieimisclien Composite Artemisia Absinthium. E.s enthält den kristallisierbaren Bitter.stofi Absinth in und ein wesentlich aus Absinthol bestehendes äthe- risches Öl. Letzteres gilt als ürsaclie der epileptiformen Krämpfe,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0072.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


