Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![rheumatischen Zalmsclimerzen: streifenförmige wurden längs des Verlaufes eines rheumatisch affizierten Nerven aufgelegt, handteller- große, um Exsudate zur Kesorption zu bringen oder kupierend auf akute P]ntzündungen (z. B. krupöse Pneumonie) einzuwirken. Zur Setzung einer mäßigen, mehr erythematösen als exsudativen Entzündung dient das *j'Empla8trum Cantharidum perpetuum, Zug- jtflaster, ein grünlich-schwarzes, ziemlich gut klebendes Pflaster aus Kolophonium. Terpentin, Wachs, PCuphorbium und 1 ()f*/o Kanthariden zusammengesetzt. Es wurde nicht selten wochenlang geti-agen. Kräftiger wirkt das *'|'Emplastruja Cantharidum ordinarium, Blasenpflaster aus Wachs, Olivenöl, Terpentinöl mit 25''/o Kanthariden. p]s zieht nach 6—10 Stunden eine Blase. Ihre Bildung kann wesentlich befördert werden, wenn man das Phndringen des Kan- tharidins durch vorheriges Plinreiben der Hautstelle mit ()1 erleichtert. Da das Pflaster, um es leicht wieder abnehmen zu können, nur ge- ringe Klebefähigkeit besitzt, muß es durch ein Ki'euz von Heft- pflasterstreifen befestigt werden oder direkt auf ein Heftpflaster unter Freilassung eines Bandes gestrichen werden. Ohne Aveiteres applizierbar ist das*Collodium eantharidatum, Kantharidenkollodium, eine grüne dickliche P'lüssigkeit, welche durch Ausziehen von 40 Teilen Kanthariden mit Kollodium erhalten und auf die Haut mit einem Pinsel aufgetragen wird. Nach der Verdunstung des Äthers hinterbleibt ein dünnes, grünliches Häutchen, unter dem sich die Blase in der Ausdehnung der bestrichenen Stelle erhebt. Die durch diese Präparate erzeugte Blase wird angestochen, entleert und anti- septisch verbunden. In früherer Zeit suchte man auch häuti«- die Entzündung auf Tage und Wochen zu verlängern durch Verwandlung der Blasen wunde in eine Fontanelle (EiterqueUe). Zu diesem Zwecke wurde die ahgeliohene Epidermis entfernt und die Hautstelle von Zeit zu Zeit mit Eitersalben (*Ung. Cantharidum, *01eum C!anthariduml eingerieben. Diese Behandlung erforderte viel Aufmerk- samkeit, um die Ausbreitung der Entzündung in die Umgebung (Erysipel) oder die Folgen der Kesorptiou tles Kantharidins hintanzuhalten. ♦fTinctura Cantharidum aus 1 Kanthariden und 10 Weingeist diente früher zu innerlichem Uebrauche, M. D. 0,5 (1,5!), gegenwärtig noch manchmal zu hautreizenden Einreil)ungen und als Zusatz zu haarwuchs-beförderuden Mitteln. Tinct. Cantliarid. Mixt, oleos. balsam. ana 10,0 Glycerini 3,0 Spirit, ad 150,0 MDS. Mit Schwämmchen einzureiben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0088.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


