Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Weitere hantriiteinle mul blasenziehende Aeria sind; *Tinetura Capsici, Sinmiseh-rfeffertinktur. Spirituöser Auszug von Fnie- Tus capsiei (Pa]»rika). das Caiisaiein enthaltend, ln Form von Kinreibnngen als llantreiznuttel und Haarwuclismittel. -j-Liquor Capsici compositus, spirituöser Auszug von J'iper nigruin, Fructus F'apsiei, versetzt mit Kamjd'er, ätherisehen Ölen, Ammoniak uml Seife. Zu schmerzstillenden und ahleitendeii Kinreilmngen als Ersatz de.s l)ekannten Ar- canums .. F a i n e x j) e 11 e, r“. ^Euphorbium, fGummiresina Euphorbii, ist das gelbliche Gummiharz der marokkanischen Euphorbia resinifera. Es enthält das Säureanhydrid Euphor- bin und ist Bestandteil des Emplastruiu Cantharidum perpetiium. Zu ihnen gesellt sich das Mezerein der .Seidelbastrinde, der leicht zersetz- liche, daher nur im frischen Kraute <ler llanuiiculus- und Anemonenarten etit- halteue Anemonenkampfer, das „l’rimelgift“ der Driisenhaare von l’rimula obconica, einer] beliebten Zierpflanze, die Gartenraute tlluta graveolens) und die scharfen Stoffe mancher Käferarten, z. B. des 31aiwurms. Jleloö majalis, s. ve.si- catorius, dor im ^lai und Juni an Feldrändeni und Wiesen .sich flndet und bei Berührung einen gelben Saft von ))eträchtliclier blasenziehender Kraft ahgiht. Sechstes Kapitel. Adstringentia. Zusamnienziiehende Mittel. Die Veranlassung' zur Aufstellung dieser Gruppe gab die Zu- sainmenzieliung und l'rockenlieit, welche diese Stoffe an den Appli- kationsstellen — in besonders fühlbarer Weise in der IMundhöhle — hervorrufen. Die Erklärung sucht mau vielfach in einer Kontraktion der Gefäße, welche diese Stoffe bewirken sollen. Eine solche AVir- kung kommt allerdings irn Erblassen der Gewebe mehr oder weniger stark zum Ausdruck. Sie ist indes nicht Ursache, sondern Folge der durch die Adstringentia daselbst gesetzten Zustandsveränderung, deren A\'esen in einer oherflächlichen Verdichtmiy des Gewebes durch physikalisch-chemische Vorgänge zu suchen ist (Schmiedeberg, Harn ackj. ln schwachem Grade geschieht dies schon durch fein ver- teilte, unlösliche Pulver, welche auf die Oberßäche der Ge- webe aufgetragen werden (vgl.Talcum Kap.Vü,3). ln höherem Grade bewirken sie Stoffe, welche solche 1’eilchen erst im Gewebe ent- stehen lassen. So ist Kalkwasser ein gutes Adstringen.s, weil es zu einem Niederschlage von Kalkkarbonat durch die Kohlensäure der Gewebe \ eranlassung gibt. Am vollkommensten aber wird diese Verdichtung erreicht durch Stojfe, welche die yewebebildenden Suhstanzen verändern, indem sie mit ihnen unlösliche, derbe Ver- bindunyeti eingehen. Nur diese rechnet man daher gewöhnlich zu den Adstringentia. Es sind die Salze der Tonerde, viele Salze der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0089.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


