Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![und geben die lonemvirkung des ]\[etalles erst, wenn sie im Körper sich zu dissoziierbaren Verbindungen unigesetzt haben. Bei gewöhnlichen Metallsalzen erscheinen zunächst infolge Bil- dung von Metallalbuminateii am Applikationsorte die beschriebenen örtlichen Wirkungen, und dann erst allmählich durch Auflösung dieser Verbindungen im Überschüsse von Eiweiß die resorptiven Wirklingen. Bei Anwendung von Verbindungen hingegen, welche Eiweiß nicht fällen, Metallalbuminate, Doppelverbindungen mit ptlanzensauren Salzen, z. B. zitronensaures Eisenoxydulnatron, wein- saures Kupferoxydnatron, fehlen diese lokalen Wirkungen und treten die resorptiven rein hervor. Vom Unterhautzellgeioebe^ von Wunden und anderen epithel- losen Orten werden alle Metalle aufgesaugt, und können daher auch alle resorptive Vergiftung erzeugen. Vom Verdauungslianal aus hingegen treten nur Quecksilber^ und Blei, häufig auch Kupfer und Chrom in giftigen Mengen in das Blut über, die meisten übrigen entweder gar nicht oder in mini- malen Mengen, welche es höchstens zu therapeutischer Wirkung bringen, ganz gleichgültig in welcher Form sie dargereicht werden, ob als gewöhnliche Salze oder als Metallalbuminate. Das Hindernis für den Übertritt bildet in vielen Fällen das Epithel. Erst wenn so große Mengen dieser Metalle in den Darm gelangen, daß diese Schutzdecke durch Atzung verändert oder stellenweise zerstört wird, dann können auch von diesen üiletallen zu resorptiven Wirkungen genügende Mengen aufgesaugt werden. Außerdem besitzt die Leber die Eigenschaft, die resorbierten und durch das Pfortaderblut ihr zugeführten Metalle zurückzuhalten. Die ausschließlich örtlich als Adstringentia und Cauteria ver- wendeten Metalle werden im folgenden abgehandelt werden, das auch resorptiv verwendete Quecksilber und Eisen hingegen an späterer Stelle. Blei, Plumbuiu, Saturnimi. Örtlich wirken die Bleiverbindiingen fast ausschließlich adstrin- gierend und nur in hohen Konzentrationen auch ätzend, daher auch erst verhältnismäßig große Mengen (mehi-ere (:iramm) von Bleiacetat (Bleizucker) Pb(C2 Hs 02)2-f-3 oder anderen löslichen Blei- salzen. innerlich aufgenommen, Gastro-Enteritis zu erzeugen ver- mögen. Resorptiv stellen sich Wirkungen gemeinhin erst bei lange fortgesetzter Aufnahme durch Aufspeicherung ein, halten aber dafür fi*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0095.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


