Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner.
- Tappeiner, H. von (Hermann von), 1847-1927.
- Date:
- 1907
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre und Arzneiverordnungslehre : unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und österreichischen Pharmakopoe / von H. v. Tappeiner. Source: Wellcome Collection.
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![Clilorzink; ZiiClü, leicht lösliches, zerftießliches Salz. Der von ihm erzeugte Ätzschorf ist im Gegensätze zum Silbernitrat weich und zerüießlich, die .Vtzung daher tief und umfassend, docli immerhin genügend begrenzt. Normale Epidermis wird nur langsam angegriffen. Nach Ab- stoßung des Ätzschorfes bleibt eine reine, rasch heilende Wunde zurück. Zur Ätzung kleiner Stellen gebraucht man das Mittel als Stift, zur Beschränkung der Zerfließlichkeit mit gleichen Teilen Salpeter zusammengeschmolzen. Auf Stellen etwas größerer Ausdehnung trägt man es als Pasta auf, d. h. mit gleichen Teilen Eibischwurzelpiilver und etwas Wasser zu dickem Teige angerührt. Schleimhautkanäle ätzt man mit Tampons, welche in 50prozenüge Lösung getaucht und ausgedrückt sind. Zur Desinfektion von Wunden, Fistelgängen, veralteten Fußgeschwüren nimmt man Sprozentige Lösung. Das Mittel wirkt durch die Atzung desinfizierend, indem es insbesondere den Nähr- boden zu schwer angreifbarem Zinkalbuminat verändert. Bei An- wendung auf große Flächen, z. B. Ausspritzung großer Abszeßhöhlen, kann Vergiftung durch Resorption eintreteii; erst Lösungen von 0,2 “/o sind als ungefährlich zu betrachten. Als „Nerv in um gegen Neuralgien, Epilepsie und andere Krampf- formeu wurde früher Zink gegeben, man bezeichnete es sogar als Narcoticum minerale. Eine Wirkung dieser Art ist wegen der geringfügigen Resorption nicht wahrscheinlich ,die klinische Erfahrung ist über seinen Nutzen ebenfalls zu keinem sicheren Ergebnis gelangt. Man gab es als Oxyd, da dieses noch am längsten- ohne Magen-Darmkatarrh zu erzeugen, genommen werden kann, oder als valerian- saures Zink, weil man diese Säure für den wirksamen Bestandteil der in gleichen Krankheiten gehraucliteu Radix Valerianae hielt. Beides in Pulvern zu 0,03—0,3 mehrmals täglich. fZincum aceticum, essigsaures Zinkoxyil, wirkt wie Zinksulfat, nur etwas milder, ist wenig im Gebrauch. ■]-Zincum sulfocarbolicum, carbolschwefelsaures Zink, farblose, in Wasser lösliche Kristalle mit 02,8% Zink. In l°/oiger Lösung als Verbandmittel und zu Injektionen. Rezept-Beispiele: H: Ziiici oxydati 5,0 Zinci oxydati Lycopoclii 45,0 Aniyli Tritici ana 5,0 M. f. pulvis. Vaselini 10,0 DS. Streupulver. M. f. pjista. DS. Zinkpaate gegen Ekzeme. [Pasta Zinci cum amylo Ph.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28096137_0099.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


