Die experimentelle Bakteriologie und die Infektionskrankheiten : mit besonderer Berücksichtigung der Immunitätslehre ; ein Lehrbuch für Studierende, Ärzte und Medizinalbeamte / von W. Kolle und H. Hetsch.
- Kolle, W. (Wilhelm), 1868-1935.
- Date:
- 1906
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Credit: Die experimentelle Bakteriologie und die Infektionskrankheiten : mit besonderer Berücksichtigung der Immunitätslehre ; ein Lehrbuch für Studierende, Ärzte und Medizinalbeamte / von W. Kolle und H. Hetsch. Source: Wellcome Collection.
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![filtrierende Lösung die Filterwand von außen nach innen passiert und alsdann in eine sterile Flasche hinübergesaugt wird. J^^aktion der ]ja die einzelnen Arten der Mikroorganismen zu ihrer Entwicklang verschiedene Alkaleszenzgrade der Nährmedien erfordern, so ist bei der Bereitung der letzteren der Herstellung der jeweil gewünschten Reak- tion besondere Sorgfalt zuzuwenden. Man stellt sich zunächst den Lack- musneutr alpunkt her, d. h. man fügt unter ständigem Um schütteln vorsichtig tropfenweise soviel lOVoiger Sodalösung (mit wasserfreier Soda hergestellt!) hinzu, daß blaues Lackmuspapier nicht mehr gerötet wird und das neuerdings von der Firma i¥ercÄ;-Darmstadt in den Handel gebrachte Lackmus-Neutralpapier in seiner Farbe nicht verändert wird. Vom Lackmus - Neutralpunkt aus stellt man dann durch Zufügen ent- ^'s- ii^. sprechender Mengen weiterer Soda- lösung beziehungsweise von Normal- ^~' ^ Salzsäurelösung den gewünschten Filter nach Reichel. Die in der Kerze befindliche keimhaltige Flüssig- keit wird vermittelst der angebrachten Sau^^pumpe in die sterile Flasche gesaugt. Bei D ist zuvor mittelst Gummischlauch und Quetschhahn ein luft- dichter V^prschluß erzielt. Bakterienfilter nach Pukall. Die bakterienhaltige Flüssigkeit (F) wird aus dem Becherglas B durch die Tonzelle T nach dtr sterilen Saugflasche S gezogen. Die Bak- terien bleiben an den Wänden der Tonzelle haften. Alkaleszenzgrad her, indem man stets die Reaktion mit rotem beziehungs- weise blauem Lackmuspapier prüft. Exakter läßt sich eine bestimmte Reaktion eines Nährsubstrates erzielen, wenn man vom Phenolphthalein-Neutralpunkt ausgeht. Man kocht in einem Kölbchen bccni des Nährbodens mit Abccm Aq. dest. 3 Minuten lang über der Flamme und fügt dann 1 ccm einer Lösung von 0'55/Phenolphthalein in 100 ccm 5oo/uigen Alkohols hinzu. Wenn die Flüssigkeit rot gefärbt erscheint, reagiert sie alkalisch, wenn sie farb- los ist, reagiert sie sauer. Dadurch, daß man aus einer graduierten Bürette tropfenweise unter stetem Umschütteln Yio-Normal-Natronlauge bzw. Vio Normal-Salzsäure zufließen läßt, bis der charakteristische Farbenumschlag eintritt, bestimmt man genau diejenige Alkali-bzw. Säuremenge, welche zur Neutralisierung der verwendeten bccm des Nährbodens nötio- waren,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21172547_0582.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)