Griechischer Liebeszauber aus Ägypten auf zwei Bleitafeln des Heidelberger archäologischen Instituts / von Franz Boll. Mit zwei tafeln.
- Franz Boll
- Date:
- 1910
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Credit: Griechischer Liebeszauber aus Ägypten auf zwei Bleitafeln des Heidelberger archäologischen Instituts / von Franz Boll. Mit zwei tafeln. Source: Wellcome Collection.
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![Wie schon angedeutet, sind die beiden Täfelchen in der Art eines Diptychons3, wie ein Brief, zusammengelegt gewesen, mit der Schrift nach innen. Die Außenseiten sind jetzt mit einer dünnen weißlich-grauen Kalkschicht überdeckt. Irgendwelche Buchstaben oder Schriftzeichen kann ich auf den Außenseiten nicht entdecken; es ist nicht wahrscheinlich, daß unter der Kalkschicht sich etwas anderes als eine rauhe Oberfläche verbirgt. Über das Alter der beiden Tafeln läßt sich nur mit besonderer Zurückhaltung urteilen, da weder die Inschriften noch die Papyri eine unmittelbare Parallele abgeben können für die Einritzung auf dem so viel anders gearteten Material; immerhin scheinen die Buch- stabenformen sämtlich gut ins I. Jahrhundert nach Christus zu passen.4 Ich lasse nun die Umschrift folgen, in Minuskeln, mit den nötigen Ergänzungen und Erläuterungen zur Lesung. Täfelchen I. (Mit der eingeritzten schlechten Zeichnung einer kleinen Mumie unter Zeile 2.) 'Qplujv XapaTTOuToq TToiYicrov Kai ävaTToi[r) 2 [hier das Bild crov einer kleinen Nikiiv Mumie.] ’AttoX XujvoO TOq e 5 paöxbj vat TTai 8 TOUTfoq ijv ei[eK 10 e T[p]eo 12 Zeile 1: Die beim Anblick der Photographie vielleicht entstehende ein Bleipliiltchen, zweiseitig beschrieben, zusammengebogen in einem Brandgrahe gefunden, in seiner nächsten Nähe „ein vielleicht dazu gehöriger Nagel“, wie Premerstein berichtet. Vgl. auch R. Münsterberg, ebd. VII, 142f. 3 Eine Fluchtafel in Diptychonform ist die bei Audollent, Defix, tab. n. 111/112 (aus Saintonge in Aquitanien); auch eine Fluchlafel aus Korkyra = Audollent, ii. 87, ist ein Diptychon, dessen beide Tafeln zusammengebunden waren. 4 U. Wilcken, den ich um sein Urteil über das Alter der Schrift bat, ist mit diesem Zeitansatz „insofern einverstanden, als jedenfalls kein Hinweis auf Ptole- mäische Zeit vorhanden ist“; er „schwankt nur, ob die Schrift nicht eher noch ins II. Saec. p. Chr. gehört“.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24876665_0006.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


