Üeber Heilung der Psuedarthrosen und Knochendefekte durch Knochenimplantation.
- Schröck, Otto, 1868-
- Date:
- 1894
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Credit: Üeber Heilung der Psuedarthrosen und Knochendefekte durch Knochenimplantation. Source: Wellcome Collection.
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![CoDSolidatiou —, sondern das Princip, das Operationsfeld dem Blick selbst zu öffnen. Dadurch wurde endlich dem Bestreben der Chirurgie, sich stets durch den richtigen Einblick zu orien- tiren und so selten wie möglich im Dunkeln zu operiren, Rech- nung getragen. Nun erst wurden manche Komplikationen, wie z. B. Interposition von Muskeln, Sehnen oder Nerven, klar er- kannt und deren Beseitigung ermöglicht. Die Anfrischung der Bruchenden geschieht nun auf ver- schiedene Weise. Manchmal genügt eine quere oder schräge Anfrischung, manchmal ist eine keilförmige oder treppenförmige notwendig. Die Fixiruug geschieht in den meisten Fällen ausser durch einen Kontentiv-Verband direkt am Knochen, und zwar wird neben der Nagelung durch Elfenbeinstifte sehr oft die Knochennaht durch Silberdraht ausgeführt. In manchen Fällen wurden Elfenbeinstifte in die IMarkhöhle beider Knochen, also parallel zur Axe eingelegt und Festigung und auch Einheilung erzielt, oder man stiess das spitzere, eventuell künstlich zuge- spitzte eine L'ragment in die Markböhle des andern, allerdings mit weniger gutem Erfolg. Ein bedeutender Fortschritt in der Behandlungsweise war es, dass man nach Jordans Rat das Periost möglichst schonte und zum Zweck vermehrter Knochenproduktion Periostbrücken von einem zum andern Knochenende herstellte. Mit derartigen Abänderungen wurde die Resektion bald die souveräne Methode der Pseudarthrosenoperation und galt auch lange als das beste und unübertreffliche Verfahren. Das Streben nach Verbesserungen war aber auch damit noch nicht abgeschlossen, boten doch auch verschiedene Mängel des Verfahrens oft genug Anlass, endlich eins zu suchen, das keinerlei Nachteile besitzt. Die Resektion ist und bleibt immer eine verstümmelnde Operation, denn sie bedingt den Fortfall eines wertvollen Teiles von Organen, ohne ihn zu ersetzen. Und gerade die neuere Chirurgie wird von dem Bestreben beherrscht, alle Verstüm- melungen zu vermeiden oder wenigstens auf den geringsten Grad zu beschränken, ein Bestreben, das durch Langenbecks Worte am treffendsten charakterisirt wird, dass ,.jede verstümmelnde Operation ein Testimonium ])aupertatis für den ('liirurgcn ist. Die Beniühujigen der konservativen Chirurgie gehen jetzt im](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21207914_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)