Üeber Heilung der Psuedarthrosen und Knochendefekte durch Knochenimplantation.
- Schröck, Otto, 1868-
- Date:
- 1894
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Credit: Üeber Heilung der Psuedarthrosen und Knochendefekte durch Knochenimplantation. Source: Wellcome Collection.
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![war also ganz funktionsfähig. Wenn also in einer Zeit von 7 Monaten eine feste Vereinigung bestehen geblieben ist, so ist ein Zweifel an der definitiven Einheilung wohl nicht mehr möglich, eine spätere Kesorption erscheint ausgeschlossen. Dass die Entstehung einer Fistel das Zeichen einer eitrigen Einschmelzuüg und Resorption gewesen wäre, ist durch objek- tiven Beweis bei der Besichtigung widerlegt. Der kleine Se- quester war ein Meisselsequester und stammte nicht von der Spange. Es könnte nun der Einwand erhobeji werden, dass die Implantation überhaupt nicht die Bedeutung für die Consolida- tion gehabt habe, die wir ihr zuschreiben, da ausserdem noch Vereinigung der Fragmente durch Knochennaht stattgefunden hatte. Die Knochenuaht hat hier aber sicher keine Heilung er- zielt, weil einmal das obere Fragment sehr stark zugespitzt, etwa nur kleinfingerdick war, und sein Periost, wenn überhaupt vor- handen, derart verändert war, dass von ihm keine Knochenneu- bildung ausgehen konnte. Fand sich doch auch bei der Ope- ration an dem untern Ende dieses spitzen Fragmentes nicht die Spur osteophytischer Knochenauflagerung vor. Die Knochennaht hat jedoch den Nutzen gehabt, dass durch sie die Fixation der Fragmente sicherer und eine Dislokation bis zum festen Einheilen des implantirten Stückes verhindert wurde. Die knöcherne Ver- wachsung und die folgende Kallusbildung kann also allein von der implantirten Spange ausgegangen sein. Ein mikroskopisches Präparat zur Verfolgung der histolo- gischen Vorgänge konnte nicht angefertigt werden. Es konnte daher auch nicht entschieden werden, ob das Stück lebensfähig geblieben war, oder ob es im Sinne Barths (confer.Schluss) all- mählich, erst bindegewebig, dann durch neues Knochengewebe substituirt worden ist. Eine Resorption konnte jedenfalls aus- geschlossen werden. Was nun die Dauer der Heilung anlangt, so scheint sie zwar etwas lang zu sein, aber sicherlich trägt die interkurrente Erkrank- ung zum grossen Teile an der Verzögerung Schuld, denn schon nach .'j Monaten post ü])crationem war die Verwachsung schon ziemlich gesichert. Uebrigens, wenn man die sonstige Heildauer der Pseudarthrosen betrachtet, so finden sich nach der Statistik von Bruiis die günstigen Fälle mit einer Dauer von 3 Monaten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21207914_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)