Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
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Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
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![welche je von einer Pigmentschicht eingehüllt, in ihrem vorderen Ende eine durchsichlise, lichtbrechende Beschaffenheit annehmen fdaher als Krystall- stäbchen bezeichnet , hinten dagegen sich als unmittelbare Fortsetzungen der Nervenfasern zu erkennen geben. Je nachdem diese Elemente zu wenigen (bis zu einem) oder in grosser Anzahl vereint auftreten, werden die Augen der Arthropoden als einfache [Ocelli, Slemmata) oder als zusammenge- setzte Oculi s. Oc. compositi) unterschieden: mehrere nahe aneinanderge- rückte Einzelaugen stellen die sogenannten zusammengehäuften Augen (Oc. congregati] dar. Als lichtbrechendes Medium , welches nur bei einzelnen niederen Formen fehlt, fungirt neben den Krystallstäbchen die Chitinhülle des Körpers, welche jedoch über dem Auge frei von Pigment und linsenartig (ent- weder planconvex oder biconvex) gewölbt ist; in den zusammengesetzten Au2en entspricht je eine solche linsenartige Cornea (Facette) einem einzelnen, bei den einfachen , wo überhaupt nur eine auftritt, meist mehreren Nerven- stäbchen. Auf die vegetativen Organsysteme der Arthropoden lässt die Segment- bildung des Körpers, mit Ausnahme des Herzens, wo dasselbe in Form eines Rückengefässes auftritt, keine Einwirkung mehr erkennen ; treten an densel- ben. wie am Darmkanal und den Genitalien, formell gesonderte Abschnitte auf, so sind dieselben von der Gliederung des Hautskeletes vollkommen un- abhängig. Der Darmkanal hat mit den Geschlechtsorganen das gemeinsam, dass er bei seiner Ausmündung zu dem Hautskelet in nähere Beziehung tritt. In den Anfang und das Ende desselben [Oesophagus und Mastdarm) setzt sich nämlich ebensowohl die Chitinisirung der Hautbekleidung fort als in die Aus- führungsgänge der Genitalien, und wie die Mundöünung des Darmes eine An- zahl von Gliedmaassen ihrem Zweck unterwirft, d. h. sie zu Kiefern [Mandi- hulae und Maxillae) oder Kieferfüssen (Pedes maxillares) umwandelt, so lässt die Mündung der Genitalien die sie umgebenden Segmente des Körpers häufig auffallende Umgestaltungen in Copulations- oder Legeapparate eingehen. Die Ausmündung beider Organsysteme findet in der Regel an verschiedenen Rin- gen des Hautskeletes statt, oft sogar in bedeutender Entfernung von einander ; wo die Mündung, wie bei vielen Insecten, scheinbar demselben Körperringe angehört, ist eine Verkümmerung einzelner dieser Ringe nachweisbar. Der Darmkanal, welcher stets den ganzen Körper mit Ausnahme der vordersten, sinnestragenden Segmente durchläuft und am äussersten Ende des- selben mit dem After mündet, stellt in seiner einfachsten Form ein durchaus ge- rade verlaufendes Rohr, welches keinerlei Abschnitte erkennen lässt, dar: diese treten bei vollkommenerer Organisation in Form einer engen Speiseröhre [Oesophagus)j eines kugligen, muskulösen und mit einem inneren Reibeappa- rate versehenen Vormagens [Proventriculus)^ eines Chylusmagens [Ven- triculus] und eines oft abermals in mehrere Abschnitte zerfallenden Darmes [Intestinum] auf, von welchen dann ganz besonders der letztere oft eine be- trächtliche Längsausdehnung erreicht und in mehrfachen Windungen die Leibeshöhle durchzieht. Von dem Magen sondert sich in vielen Fällen ein aus zahlreichen feinen Gallenkanälen bestehendes Leberorgan ab, während in anderen seine drüsigen Wandungen die Stelle desselben vertreten, und in ana-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)