Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
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Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![loger Weise trennen sich vom Intestinum die nur den Crustaceen fehlenden Harnkanäle [Vasa Malpighi) als selbstsländige Organe los. — Die durch den Darmkanal abgesonderte Ernährungsüüssigkeit wird mit Ausnahme einiger am niedrigsten organisirten Formen durch ein in der Mittellinie der Rücken- seite liegendes Herz in Circulation versetzt. Dasselbe steht zuweilen noch unter dem Einfluss der Körpersegmentirung, indem es bei einer langgestreckten Form in mehrere hintereinanderfolgende Kammern, deren Zahl sich nach der- jenigen der entsprechenden Segmente richtet, zerfällt, und dann als R ü c k e n - gefäss {Vas dorsale] bezeichnet wird: ebenso oft entzieht es sich aber jenem EinQuss und tritt dann in Form eines einkammrigen Organes, das mit arte- riellen und venösen Ostien versehen ist, auf. Gehen von dem Herzen ge- schlossene arterielle Gelasse oder wenigstens ein einzelnes [Aorta der Insecten) noch bei allen höher entwickelten Formen aus, um das Blut in den Körper überzuführen, so gehören venöse Gefässe schon zu den Ausnahmen und wer- den meist durch lacunäre ßlutstiöme, wie sie auch die Stelle eines Capillar- netzes ersetzen, vertreten. Die Entwickelung dieses Gefässsystemes der Arthro- poden steht jedesmal in unmittelbarer Abhängigkeit von der Beschaffenheit der Respirationsorgane, welche unter zwei ganz verschiedenen Formen auftreten : die eine bilden die auf eine bestimmte Körperstelle lokalisirten Kie- men, welche der Wasserathmung dienen, an der Aussenfläche des Hautske- letes liegen und sich besonders den Gliedmaassen anheften oder diese selbst ersetzen : die andere repräsentiren cylindrische Hohlröhren , welche alle in- neren Organe mit vielfachen Verzweigungen umstricken, das Hautskelet durch- bohren und so unmittelbar atmosphärische Luft aufnehmen, um sie sämnit- lichen Körpertheilen zuzuführen 'Luftröhren, Tracheae). Während bei An- wesenheit der letzteren ein Gefässsystem fast ganz fehlt, bildet es sich Ijei der Kiemenathmung um so vollkommener aus, je mehr die sie vermittelnden Organe sich concentriren. Die Geschlechtsorgane sind bei den Arthropoden durchweg auf männliche und weibliche Individuen vertheilt: ausgenommen sind nur die überhaupt schon auf der Grenze der Gruppe stehenden Tardigraden und Cir- ripedien, bei welchen die Vereinigung von keim- und samenbereitenden Or- uanen in demselben Individuum durch die gehemmte Fortbewe^una desselben j:)edingt wird. Bei beiden Geschlechlern nach demselben Typus gebaut, be- stehen diese Organe in der Regel aus paarigen, seltner aus einer unpaaren Drüse, welche ihrerseits oft wieder aus mehr oder weniger zahlreichen Schläu- chen zusammengesetzt wird, an deren Wandungen die leproductorischen Elemente abgeschieden werden; ferner aus paarigen Ausführungsgängen, mit denen sehr allgemein noch accessorische Drüsen oder andere Anhangsgebilde in Verbindung stehen. Letztere stellen beim Weibchen einerseits eine Begat- tungstasche [Bursa copulatrix) oder eine Samentasche [Receptaculum seminis) zur Aufnahme des männlichen Zeugungsapparates oder der Samenflüs- sigkeit dar, andererseits Kitt Organe, deren Secret für die Anheftung der ab- gelegten Eier verwandt wird : beim Männchen dagegen sind es Drüsen, welche eine zur Einhüllung der zellen- oder fadenförmigen Spermatozoen dienende, an derLuft gerinnbare Masse absondern und so die Sperma tophoren erzeugen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)