Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
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Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
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![Episternim), letzteres als Hüftblatt [Epimerum] bezeichnet wird. Von den Rückentheilen der einzelnen Thoraxringe, welche diesen entsprechend Pro-, Meso- und Metanotum (so wie die Bruststücke Pro-, Meso- und MetaStenum) benannt worden, ist der erste stets ungetheilt, ana zweiten dagegen nach hinten eine uieistdreieckige Platte abgesondert, welche das Schildchen [Scutellum] darstellt; zuweilen markirt sich ein ähnlicher Abschnitt auch am Hinterrücken [Metanotum), hier aber auf der vorderen Hälfte, so dass derselbe als Hinter- schildchen {Postscutellum) sich dem eigentlichen Scutellum unmittelbar an- schliesst. — Die Verbindung der einzelnen Thoraxringe untereinander ist nicht in allen Fällen eine gleiche, indem je nach den Ordnungen bald alle drei zu einem Ganzen verschmolzen erscheinen, bald der Prothorax an den beiden ver- wachsenen hinteren frei beweglich {Prothorax Uber) ist; in letzlerem Fall zeigt der Prothorax sehr allgemein eine beträchtliche Grössenentwickelung, wäh- rend er im ersten stets ganz kurz ringförmig auftritt. Ueberhaupt ist sowohl die Grösse als die Form der einzelnen Ringe in der mannichfaltigsten Weise variirt, da sie mit einer gleich grossen Mannichfaltigkeit der von ihnen ent- springenden Bewegungsorgane Hand in Hand geht und durch die jedesmalige Kraftentw ickelung oder Function derselben bedingt und modificirt wird. Ganz besonders tritt dies an den beiden hinteren, meist Flügel tragenden Segmenten hervor, von welchen jedesmal dasjenige stärker entwickelt ist, welches das kräftigere Flugorgan trägt, während beim Mangel solcher auch sie selbst ver- kümmern; in diesem Falle mit dem Prothorax übereinstimmend, unterscheiden sich der Meso- und Metathorax bei der Anwesenheit von Flügeln von jenem da- durch, dass bei ihnen das Notum mit den Episternen nicht fest verwachsen, sondern durch eine w eiche Gelenkhaut, in welcher die Flügel eingefalzt sind, ver- bunden ist. — Im Lumen der einzelnen Thoraxringe tritt das sogenannte Ner- venskelet [Entothorax), welches bei den Insecten voizugsweise im Brustkasten zur Entwickelung kommt, sehr deutlich als ein vom Sternum aufsteigender Ga- belfortsatz (von der Form eines Y) auf, dessen beide Arme im Metathorax sich selbst bis zum Notum erstrecken und ihn somit in drei Fächer theilen. Von den am Thorax eingelenkten Bewegungsorganen entspringen die Beine [Pedes) stets auf der Grenze des Sternum und der Pleurae in einem der Form des Hüftgliedes entsprechendem Ausschnitte des Hautskeletes, welcher Hüftpfanne [Acetabulum] genannt wird und ebenso oft von jedem einzelnen Thoraxringe für sich, als von zwei auf einander folgenden in Gemeinschaft gebildet wird. In diese Hüftpfanne ist der erste der fünf Hauptabschnitte des Insectenbeines, die Hüfte {Coxa) mehr oder weniger tief eingesenkt, um sich in ihm entweder allseitig (wenn sie kugelrund ist) oder nach zwei ent- gegengesetzten Richtungen (wenn sie im Längs- oder Querdurchmesser ver- längert ist) zu bewegen. Auf die Hüfte folgt ein zw^eites, sehr kurzes und meist ringförmiges Glied, der Schenkelring [Trochanter), welcher nur als eine Gelenkverbinduns; zwischen der Hüfte und dem Schenkel anzusehen ist und mit letzterem oft fest verwächst; ist dieses der Fall, so zieht er sich an der Unterseite des Schenkels, den er gleichsam stützt, entlang [Tr. fulcrans)^ während er, wo er frei bleibt, sich zuweilen selbst durch Theilung verdoppelt. Der dritte, in der Regel bei weitem am kräftigsten entwickelte und meist](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)