Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
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Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![ren oft sehr al)weichendes Ansehn erhalten. Der von Lacaze-Duthiers sehr eingehend geführte Xachweis, dass alle derartige Gebilde, welche in Form von Ralfen [Cerci] , Griffeln {Styli) , Borsten {Setae), Zangen [Forcipes]^ Legebohrer {Terebrcij , Legescheide {Vagina), Giftstachel (Aculeus) u. s. w. in mannichfaltigster Gestalt am Hinterleibsende auftreten, nicht als besondere Anhänge, sondern als modificirte Segmente oder Segmenthälften anzusehen sind, ist um so überzeugender, als dieselben die sonst unvollständige Zahl der Hinterleibsringe in stets übereinstimmender Weise ergänzen. Aller- dings muss, um die constante Zahl dieser Ringe festzustellen, in jedem ein- zelnen Falle immer noch gewissen Modificationen Rechnung getragen werden, wie sie z. B. häufig einzelne der vorderen Segmente betreffen, deren Ventral- platten nicht selten mit einander unbeweglich verschmelzen. Die allgemeine Körp e r bede c k un g der Insecten durchläuft in Be- treff ihrer Resistenz die verschiedensten Abstufungen von der äusserst zarten, oft ganz durchscheinenden Oberhaut der kleineren Larven ])is zu dem sehr dicken, und bis zur Brüchigkeit spröden Hornpanzer vieler Käfer: in letzterem scheint jedoch nur die Mächtigkeit der Chitinlage diese Festigkeit zu bedingen, ohne dass, wie bei den Crustaceen, eine Ablagerung von Kalksalzen zu derselben beitrüge. Eine Dehnbarkeit der Haut bei stärkerer Chitinisation derselben scheint den Insecten fast ganz zu mangeln, daher bei der Imago an denjenigen Körpertheilen, w elche gelegentlich eine Ausdehnung zu erleiden halben, dieselbe auf I\osten der nachgiebigen Gelenkhäute bewerkstelligt w ird. Auch zeigen sich scharf markirte Muskeleindrücke an der äusseren Körper- hülle vorwiegend nur an weichhäutigeren Stellen, wie z. B. auf der Rücken- seile der Käfer, wenn sie gleich an resistenteren Theilen nicht durchweg fehlen und z. B. am Brustkasten der Cicaden in recht auffallender Weise hervor- treten. — Aeusserst mannichfaltig und oft bis zum intensivsten Colorit ge- steigert ist sehr allgemein die Färbung der Chitindecke, die in vielen Fällen von den verschiedensten Anhangsgebilden, wie sparsamen oder pelzartig zu- sammengedrängten Haaren, sehr mannichfaltig gestalteten Schuppen u. s. w. bedeckt erscheint: letztere, gleichfalls oft von sehr markirter Färbung, sitzen häufig der Oberfläche nur lose an, so dass sie leicht verloren gehen. Der yerdauungskanal [Tractus intestinaUs) der Insecten beginnt mit einem zwischen den Mundtheilen liegenden Schlünde, der sich mit seiner oberen Wand an die Basis der Oberlippe, mit seiner unteren an die Innenseite der Maxillen und Unterlippe festheftet und an ersterer sowohl als letzterer nicht selten lappenartige Fortsätze mit freiem Rande, die von Sa.vigny als Epi- pharynx und Hypophary?ix hezeichnei worden sind, darstellt. Letzterer, wel- cher z. B. besonders deutlich bei den Orthopteren als polsterartiges Kissen die Innenwand der Ligula bedeckt, bei den Hymenopteren als eine Art Gau- mensegel frei hinter dieser aufgerichtet ist, erreicht seine höchste Ausbildung bei den Dipteren , w o er vollständig die Form eines Stechorganes (analog den Maxillen) annimmt; bei manchen Käfern, wo er nicht nur die Innenseite der Ligula überzieht, sondern mit seitlichen Zipfeln über dieselbe hervorragt, hat man letztere irriger Weise öfter als Paraglossen beschrieben. — Auf den sich trichterförmig verengenden Schlund folgt zunächst die sich durch die drei Haudb. d. Zool. II. 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)