Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
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Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Stellen der Oberfläche beschränkt ist. Bei Augen mit behaarter Oberfläche sind die Härchen stets auf der Grenze der einzelnen Hornhäute angebracht, wes- halb auch die Ocellen stets glatt erscheinen. Das die einzelnen Nervenstäbchen umhüllende Pigment [Chorioidea] ist entweder einfarbig oder schichtenweise verschieden gefärbt und im letzteren Falle für den Regenbogenschiller, der vielen Insectenaugen eigenthümlich ist, bedingend; der vorderste lichlbre- chende Theil der Nervenstäbchen, gewöhnlich als Glas- oder Krystallkörper bezeichnet, setzt sich häufig durch eine stielförmige Verdünnung von dem hinteren undurchsichtigen Theil scharf ab, so dass er ein selbstständiges Or- gan darzustellen scheint. Beim Mangel eines besonderen Riechorganes hat man den Sitz des Ge- ruches in den Fühlern der Insecten suchen wollen, sich dabei hauptsäch- lich auf die Erfahrung stützend, dass diese Organe allgemein bei solchen Formen, welche ihrer scharfen Witterung wegen bekannt sind, eine grössere Flächenausdehnung in allen oder einzelnen Gliedern erkennen lassen. Ueber- dem W'urden von Erichson auf den einander zugewandten Flächen solcher er- weiterten Fühlerglieder, z. B. auf den Fühlerblättern der Lamellicornen zahl- reiche Poren nachgewiesen, welche nach seiner Ansicht den Geruch zu vermitteln sehr wohl geeignet wären. Lässt sich dies gleich nicht direct nach- weisen , so ist es jedenfalls wahrscheinlicher , dass jene Poren dem Gerüche dienen, als dass in ihnen Gehörorgane, wie sie neuerdings Hicks und LESPfes in Form eines häutigen, mit einem Otolithen versehenen Bläschens darin auf- gefunden haben wollten (eine Beobachtung, die nach CLAPARfeDE nur auf opti- scher Täuschung beruht) , verborgen liegen. — Ausserdem scheint in den Fühlern und neben ihnen auch in den Mundtheilen und den Tarsengliedern der Insecten der Tastsinn gelegen zu sein und zwar in bestimmten von den übrigen auch in der Form etwas abweichenden Haaren (Tastborsten), welche nach Leydig's Beobachtungen einen vor seinem Eintritt zu einem Ganglion an- schwellenden Nerven aufnehmen. — Sehr auffallend ist es, dass während man sich von der Empfänglichkeit der Insecten für Schalleindrücke überall leicht überzeugen kann, ein akustischer Apparat, welcher mit einem eigenen Gehörsnerven in Verbindung steht, sich bis jetzt nur bei sehr wenigen hat nachweisen lassen, und noch eigenthümlicher mag es erscheinen, dass derselbe niemals am Kopfe angebracht ist. Man hat ihn unter den Orthopteren bei den Acridiern an den Seiten des Hinterleibes, bei den Locustinen an der Basis der Vorderschienen aufgefunden und in neuester Zeit hat Leydig in den Hinterflügeln der Käfer und in den Halteren der Dipteren wenigstens eigen- thümliche, aus dem Ganglion des dieselben versehenden Nervenstammes her- vorgehende stäbchenartige Elemente nachgewiesen, wie sie sich in analoger Weise an dem Gehörnerv der genannten Orthopteren (siehe unten !) vorfinden. Zahlreiche Insecten besitzen die Fähigkeit, willkürlich Laute zu erzeu- gen, welche ebenso oft hell und hoch, als dumpf und tief, in den meisten Fällen aber wenig harmonisch sind. Der Mehrzahl nach werden dieselben durch Aneinanderreihen einzelner Körpersegmente gegen einander oder, wie bei vielen Käfern, gegen die Innenseite ihrer harten Flügeldecken erzeugt, in welchem Falle die einander zugewandten Flächen fein und dicht gerieft er-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0038.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)