Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
43/662 page 29
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![len, bedingt wird. Als Beispiel hierfür kann die Schmetterlingsraupe hinge- stellt werden . an welcher die spätere Dreitheilung des Körpers noch nicht ausgeprägt ist und deren hinlere Körpersegmente, gleich den vorderen, Be- wegungsorgane Beine) tragen. Eine gleich grosse Verschiedenheit zwischen der Jugend- und der späteren Form ist jedoch keineswegs allen Insecten eigenthümlich. sondern es finden sich auch solche, welche beim Ausschlüpfen aus dem Eie schon die dem entwickelten Thiere eigenthümliche Körperform mitbringen und sich von diesem hauptsächlich nur durch den Mangel der Flügel unterscheiden, wie es z. B. an den Wanzen und Heuschrecken ersicht- lich ist. In beiden Fällen weichen diese als Larven [Larvae) bezeichneten Jugendformen von dem entwickelten Insecl dadurch ab, dass sie beim Mangel ausgebildeter Geschlechtsorgane nicht fortpflanzungsfähig sind, dass sie durch Aufnahme von Nahrung wachsen und in Folge dessen mehrmals ihre Körper- haut abwerfen , w as bei dem entwickelten Insect niemals vorkommt: sie un- terscheiden sich dagegen durch ihren Uebergang in die geschlechtsreife Form (Insectum, Imago], welcher bei den letztgenannten Formen nicht durch eine Metamorphose, sondern durch eine einfache Häutung bewirkt wird, bei der ersteren dagegen eine ihr eigenthümliche Ruheperiode, den Puppenzustand, erfordert. Die Puppe {Pupa s. ChrysaUs. selbst ist übrigens im Grunde nicht, wie dies gewöhnlich angegeben wird, eine Zwischenstufe zwischen Larve und Imago, sondern da sie sowohl der Larvenform entledigt als mit allen Theilen der Imago ausgerüstet ist. schon fast vollständig die letztere, nur dass sie noch während einer kürzeren oder längeren Zeit in der Ausübung ihrer spä- teren Functionen behindert ist. Daher kann man auch bei den Insecten mit unvollkommener Verwandlung [Insecta metamorphosi incompleta, Insecta he- mimetabola], wie man diejenigen, deren Larve von vornherein der entwickel- ten Form gleicht, bezeichnet hat, streng genommen von einer Puppen - oder Nymphen-Periode [Nympha] nicht reden oder wenigstens als solche nicht die- jenige bezeichnen, welche der letzten Häutung vorhergeht, da jene Insecten in dieser noch Larven sind und fressen; höchstens wäre mit der Puppen- periode der//i^^cta Äo/owe?a6o/a bisecta metamorphosi complela. Insecten mit vollkommener Verwandlung; das letzte Stadium jener »fressenden und um- herlaufenden Puppe«, in welchem die Verwandlung zur Imago innerhalb der Larvenhaut stattfindet, zu vergleichen. Man kann demgemäss die Insecta me- tabola holometabola, als solche bezeichnen, die während ihrer ganzen Larven- periode eine von dem entwickelten Insect verschiedene Form beibehalten und sich durch eine letzte Häutung in die zuerst ruhende (Puppe), später sich be- wegende Imago umwandeln : dagegen die Insecta ametahola [hemimetahola) als solche, deren Larve dem entwickelten Insect von vornherein ähnlich ist, sich durch die schon früh auftretenden Flügelansätze ihm nach jeder Häutung mehr nähert und aus der Larvenform durch die letzte Häutung unmittelbar (d. h. ohne sichtbar hervortretende Puppe) in die Imago übergeht. In Betreff der letzteren ist übrigens zu bemerken, dass die Aehnlichkeit der Larven mit dem vollkommenen Insect keineswegs überall eine gleich ausgeprägte ist, wie dies besonders an den im Wasser lebenden Larven der Libellen und Epheme- ren hervortritt. welche von der Imago fast mehr abweichen, als diejenigen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0043.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)