Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
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Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
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![baren mikroskopischen OefTnungen^) der äusseren Oberfläche tritt das Was- ser in die, die schwammige Masse durchziehenden Canäie. Schlauchförmige mit Wimperzellen ausgekleidete Blasen (die sogenannten Wimperorgane), welche vom Parenchym umschlossen durch enge OefTnungen mit jenen Canä- len communiciren , unterhallen die Strömungen des Wassers, weiches durch besondere Ausströmungsöff'nungen den Schwamm wieder verlässt. Die Körpersubslanz der Schwämme besteht durchweg aus contractilen Zellen mit Kern und Kernkörperchen , w elche nach Art der Rhizopoden be- wegliche Forlsätze ausstrecken und einziehen. Dieselben sind nicht zu ver- schiedenen Geweben differenzirt, sondern bilden als solche das Thier. Als Stütze der weichen Zellenmasse tritt ein Gerüst auf, welches je nach den verschiedenen Ordnungen aus Hornfäden oder aus kalkigen oder Kiesel-Nadeln besteht. Die Nadeln werden ursprünglich einzeln in den Zellen gebildet: die Substanz der Hornfäden ist möglicherweise ein Ausscheidungsproduct der Zellen, da zuweilen frei gewordene Nadeln, auch fremde Körper von ihnen eingeschlossen werden. Das Auftreten der verschiedenen Stützgebilde, die Anordnung der Hornfäden und Nadeln, die Form der letzteren sind von Werth für die Classification, welche in Folge der Nichtberücksichtigung jener Mo- mente bis jetzt nur für wenig Formen sicher ist. Die Anordnung der Körper- substanz ist die, dass die äussere, eine Art Haut bildende Schicht der Schwamm- zellen verschliessbare Lücken zwischen den einzelnen Zellen besitzt, welche entweder direct in das Canalsystem des Körpers fuhren, oder zunächst in einen weiteren, durch Abheben der Haut vom übrigen Parenchym unter ersterer entstandenen Hohlraum, von dem die Canäie dann abgehen. Die Canäie stel- len weder Magenschläuche, noch gefässarlige Hohlräume dar, sondern einfach Lücken, welche zwischen den , nach der Anordnungsweise der Stützgebilde um diese sich anordnenden Zellen bleiben; sie werden daher nur von ge- wöhnlichen Schwammzellen ausgekleidet. Zwischen den Zellen treten dann schlauch- oder blasenförmige Hohlräume auf, welche von kleineren, je eine Wimper tragenden Zellen ausgekleidet werden und mit engen Oetfnun- gen in die Canäie münden. Die Canäie führen zu Ausströmungsöffnungen, welche zuweilen durch besondere Nadeln gestützt werden, zuweilen [Spoii- gilla] eingezogen werden können, um an einer andern Stelle wieder zu er- scheinen. Der durch die Wimpern unterhaltene Strom des Wassers führt Nahrungsstoffe an den Zellen vorbei, von denen jede einzeln nach Art der Amoeben oder Actinophryen Nahrung in sich aufnehmen kann, wie sie über- haupt durch das Vermögen, contractiie Fortsätze auszusenden, an die Rhizo- pode?i und Amoeben erinnern. — Irritabilität hat man nur bei w^enig Formen beobachtet; Bewegungen erfolgen sehr langsam. Das Einziehen der Ausslrö- mungsöffnungen w urde bereits erwähnt: auch kriechen Spongillen zuweilen von ihrem Nadelgerüst herunter. — Die Forlpflanzung geschiehtauf zweifache Weise, welche vielleicht auf geschlechtliche und ungeschlechtliche Vermeh- * Es sind nicht diese Poren, nacti denen Grant die Classe Porifera nannte; er erin- nerte durch den Namen an die beim Durchschnitt des Schwammgewebes geöffneten Ca- näie. Der ältere Xame dürfte daher vorzuziehen sein.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0585.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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