Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
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Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
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![rung zu beziehen ist. Die geschlechtliche Fortpflanzung ist auch hier an die Bildung von Eiein und Samenkörperchen gebunden. Die letzleren entstehen in Blasen von zu diesem Zweck sich mit einer Hülle umgebenden Zellen und sind stecknadelförmig. Die Eier entstehen gleichfalls zwischen den Parenchym- zellen als sogenannte Keimkörnerconglomerate, an deren kleinsten Formen Kern und Kernkörperchen (Keimbläschen und Keimfleck) sichtbar sind. Aus ihnen bilden sich bewimperte Embryonen (sogenannte Schwärmsporen), welche sehr bald Nadeln in ihrem Innern erkennen lassen, ihr Wimperkleid verlieren und sich festsetzen. Die Bildung der anderen Art von Fortpüan- zungskörpern, der Gemmulae ^ ist wahrscheinlich dem Encystirungsprocess mancher Infusorien verwandt und bezieht sich vielleicht auf eine unge- schlechtliche Vermehrung. Gewöhnliche Schwammzellen ballen sich zusam- men und umgeben sich, wie in manchen Fällen Zellenconglomerate, in welche der ganze Schwamm [Spongilla] zerfällt, mit einer harten, hornartigen Schale, aus deren Oeffnung bei der Weiterentwickelung der Gemmula das Parenchym auskriecht, um eine neue Schwammmasse zu bilden. Die Schale der Gem- mulae trägt bei Sjoo7?^i//fl meist noch sogenannte Aniphidisken, Kieselgebilde, welche aus zwei durch ein Stäbchen verbundenen Scheiben oder gezackten Rädchen oder Sternen bestehen. — Abgeschnittene Stucke von Schwämmen wachsen wieder weiter, verschmelzen auch mit anderen, was zuweilen bei unversehrten Schwämmen vorkömmt. Bis jetzt ist nur eine einzige im Süsswasser lebende Spongiengattung, Spongilla, mit Sicherheit bekannt (eine zweite: Somntispongia Bowerb., ist nicht wieder untersucht worden). — Die geographische Verbreitung der Schwämme ist sehr weit; nähere Angaben können aber nicht vor einer sorg- fältigeren Bestimmung der zahlreichen Arten gegeben werden. Spongillen kommen vermuthlich in allen Welttheilen vor; eine ähnliche Verbreitung scheinen die bohrenden Schwämme zu haben. — In Bezug auf das geologische Alter der Spongien ist zu erwähnen, dass schon in den ältesten Schichten Reste von solchen vorkommen; ihre grösste Entwickelung erreichen sie wäh- rend der Kreideperiode. [Receptaculites, Siphonia, Calmidium, Scyphia u. a ). Literatur. In der älteren Literatur finden sich die Spongien vielfach unter oder neben den Po- lypen abgehandelt; so bei Lamarck, Histoire nat. des animaux sans vertebres. T. 2., La- MOUROUX, Hist. des Polypiers flexibles; Schweigger, Handb. d. Naturgesch. der skelelloseii ungegliederten Thiere, u. a. m. Nardo, G. D., He spongiis, und System der Schwämme. (Isis, 1 833. p. 319. 1.S34. p. 717.) s. auch Hogg in : Annais of nat. hist. 2. Ser. Vol. 7. 1831. p. 190. Johnston, G., A History of British Sponges and Lithophytes. Edinburgh, 1 842. 8. Bowerbank, J. S., verschiedene Aufsätze in Annais of nat. hist.: Vol. 13. 1845. p. 297. p. 301.; Vol. 16. 1845. p. 400.; 2. Ser. Vol. 20. 1857. p. 298.; in Transact. microsc. Soc. Vol. 1. 1 844. p. 32. p. 63.; in Philos. Transact. 1838. p. 279. HuxLEY, Th. H., On the anatomy of Tethya. (Ann. of nat. hist. 2. Ser. Vol. 7. 1S31. p. 370.) LiEBERKüHN, N., Beiträge zur Entwickelungsgeschichle der Spongillen. (.MUller's Archiv für Anat. 1856 p. iTp. 399. p. 496.; Beiträge zur Anatomie der Spongien. (ibid. 1 857 p. 376.) Neue Beiträge zur Anatomie der Spongien (ibid. 1859. p. 353. p. 515.) Schmidt, E. 0., Die Spongien des adriatischen Meeres Leipzig, 1862. Fol.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0586.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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