Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker.
- Date:
- 1863-1875
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Credit: Handbuch der Zoologie / von Jul. Victor Carus und C.E.A. Gerstaecker. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Von den inneren Organen entspricht der Darmkanal meist der Körper- länge und legt sich nur bei den Panorpinen in eine Schlinge zusammen ; letz- tere zeichnen sich zugleich durch den Mangel des sonst sehr allgemein vor- handenen sackförmigen Schlundanhanges (Saugmagen) aus, welcher von dem unteren, erweiterten Theile des Oesophagus abwärts steigt. Ein kugliger Proventriculus kommt ausser den Panorpinen auch den Megalopteren zu; die langgestreckten Vasa Malpighi treten zu sechs bis acht auf. Die stets viel- kammerigen Eiröhren inseriren sich theils kämm-, theils quirlförmig an die Tuben, und in den Oviduct münden bei denjenigen Formen, deren Weibchen ihre Eier mit einer Hülle umgeben (Trichoptera) oder sie auf Stiele absetzen [Chrysopa], Drüsenschläuche. Das Bauchmark besteht auch in dieser Ord- nung aus deutlich getrennten Thorax- und Abdominalganglien. Bei den mehrfachen Analogien, welche die Neuropteren mit manchen Orthopteren erkennen lassen, ist für ihre Abgrenzung die Art der Metamor- phose von besonderer Wichtigkeit. Dieselbe ist bei allen Neuropteren eine vollkommene, indem sich die der Imago vollständig unähnliche Larve nach der letzten Häutung in eine längere Zeit ruhende Puppe verwandelt, welche als Pupa libera schon alle Theile des vollkommenen Insectes deutlich erken- nen lässt. Diese Puppe, welche entweder frei oder von einem Cocon um- schlossen liegt, zeigt indessen die Eigenthümlichkeit, dass sie vor dem Aus- schlüpfen der Imago schon befähigt ist sich fortzubewegen und einen zur vollständigen Entwickelung passenden Ort aufzusuchen; sie unterscheidet sich hierdurch nicht unwesentlich von den Puppen der Coleopteren und Hy- menopteren, welche, sonst ganz mit ihr gleichgebildet, ihre Ruhestätte nicht verlassen können. — Die Larven der Neuropteren, welche gegenwärtig von fast allen Hauptgattungen bekannt und in neuerer Zeit besonders durch Brauer einem genauen Studium unterworfen worden sind, leben der Mehrzahl nach vom Raube anderer Insecten ; sie zerfallen in solche mit beissenden und mit saugenden Mundtheilen, letztere in sogenannten Saugzangen, welche von den Mandibeln und Maxillen in Gemeinschaft gebildet werden, bestehend. Die Ordnung der Neuropteren umfasst in der hier für sie angenommenen Begrenzung drei einander gleichwerthige Gruppen von Insecten , welchen die Englischen Autoren den Rang von besonderen Ordnungen zuerkannt haben, nämlich ausser den Neuropteren im engeren Sinne die Trichoptera und Strepsiptera Die engen Beziehungen, w^elche dieselben zu einander erkennen lassen, durch ihre Vereinigung andeutend, glauben wir andererseits ihren Unterschieden dadurch Rechnung tragen zu müssen, dass wir sie als besondere Zünfte aufführen. Selbst in diesem Umfange bilden die Neuropte- ren die bei weitem artenärmste unter allen Insectenordnungen, von der man gegenwärtig kaum 1000 Arten kennt; fossil treten sie in den älteren Schich- ten nur sparsam, in Menge dagegen im Bernstein auf. Rambur, P., Histoire naturelle des Insectes Nevropteres. Paris 4 842. 8. Brauer, F., Neuroptera Austriaca. Wien -1857. 8. Beiträge zur Kenntniss des inneren Baues und der Verwandlung der Neuropte- ren. (Verhandl. d. zool. botan. Vereins zu Wien, V, p. 704 ff.) LoEw, H., Bemerkungen über die anatomischen Verhältnisse der Neuropteren. (Ger- mar's Zeitschr. f. d. Entom. IV, p. 424 ff.]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907791_0083.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)