Chirurgische Instrumente des Altertums : ein Beitrag zur antiken Akiurgie / von Dr. Med. et Jur. Theod. Meyer-Steineg ... mit 8 Tafeln.
- Theodor Meyer-Steineg
- Date:
- 1912
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Credit: Chirurgische Instrumente des Altertums : ein Beitrag zur antiken Akiurgie / von Dr. Med. et Jur. Theod. Meyer-Steineg ... mit 8 Tafeln. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![IO Hippokrates1) in seiner Schrift «Der Arzt«: »Ehernes Metall soll man außer für die Instrumente (ÖQyava) keines benutzen; denn andere derartige Geräte (oxeveoi) zu benutzen scheint mir ein auf- dringliches Protzen (xaMwmöjuög (pogrixog) zu sein.« Abgesehen von den Schneideinstrumenten, die sicherlich schon in recht früher Zeit zu einem erheblichen Teil aus Eisen oder Stahl hergestellt wurden, war also zweifellos bei den ärzt- lichen Werkzeugen das am meisten verwandte Material das Kupfer und seine verschiedenen Legierungen2). Reines Kupfer ist zu ärztlichen Instrumenten nur selten verwandt worden, nämlich nur dann, wenn es darauf ankam, eine gewisse Biegsamkeit zu er- zielen. So ergab die chemische Analyse3) einer von einer Spatel- sonde entnommenen Probe 97,5 °/0 Kupfer und daneben nur ge- ringe Mengen von (vielleicht zufällig beigemengtem) Zinn, Eisen und Blei. Damit übereinstimmend findet sich an einer Stelle des Marcellus4) auch gerade ein aus reinem Kupfer bestehendes gleiches Instrument («spathomela aeris rubri») erwähnt. Die bei weitem am häufigsten verwandte Kupferlegierung ist bei den antiken Instrumenten die Bronze, d. h. die Verbindung des Kupfers mit Zinn allein oder daneben mit geringen Zusätzen von Zink und Blei. Selbst in der ältesten Zeit, die uns Funde an Bronzegeräten liefert, ist der Zusatz des Zinns kein zufälliger, auch wenn er nur so gering ist, wie bei einigen Streitäxten aus Troja, die davon nur etwa 5% enthalten5). Der Zweck des Zinn- zusatzes bestand darin, das an sich ziemlich weiche und poröse Kupfer härter und glänzender zu machen6]. Das prozentuale Verhältnis der einzelnen Bestandteile der Legierung scheint je J) cf. Hippocr. (Ed. Littre) IX S. 208. 2) Im allgemeinen bezeichnen die Worte «%aAxog« und «aes« sowohl das Kupfer schlechthin wie auch seine Legierungen (vor allem Bronze, aber auch Messing). Nur wenn es ausdrücklich von den Legierungen unterschieden werden soll, dann wird das Kupfer «-/alxög egvOgog«, «x.xvngiog« oder «^.xa&agög = «aes rubrum, a. cy- prium« bezeichnet, cf. Blümner IV, 56 f., 162 f. 3) Die chemischen Analysen einer Anzahl der folgenden Instrumente hat in zu- vorkommendster Weise Herr Prof. Vongerichten hier vorgenommen. 4) cf. Marcellus Empiricus (Ed. Helmreich) XIV, 44; Paul, VI, 77. 5) cf. Blümner IV, S. 187, besonders auch die Tabelle zahlreicher Analysen auf S. 188/89. ®) cf. Plutarch. de def. or. 41.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24880838_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)