Ueber die Wirkung des im Schilddrüsenkolloid enthaltenen Nucleoproteides bei Morbus Basedowii / von Anastasia Tschikste.
- Tschikste, Anastasia.
- Date:
- 1911
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Credit: Ueber die Wirkung des im Schilddrüsenkolloid enthaltenen Nucleoproteides bei Morbus Basedowii / von Anastasia Tschikste. Source: Wellcome Collection.
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![T)ieso Steigerungen lagen durchaus nicht im Interesse unseres Versucheß: und sind auf das schon erwähnte immer steigende Nahriingsbodürfnis der Patientin einerseits und auf Fehler des Wartepersonals anderseits zurttckzuführen. Unsere Aufgabe wurde dadurch natürlich in keiner Weise erleichtert, und das Ailerschlimmste war, daß am 26. Felu-uar, also an dem einen Tage der Injektion, die Milchnienge ohne Grund um einen Aveiteren halben Liter gesteigert rvurde. Wenn es uns möglich gCAvesen Aväre, außer der Stickstoff- und Phosphorausscheidjung auch noch den Allgemeinstoffwechsel, also den Sauerstoffverbrauch der Pa- tientin zu bestimmen, so Aväre diese Nahrungssteigerung geradezu ver-. hängnisvoll für den Versuch geworden. So konnte sie natürlich an und für sich eine Retention von Stickstoff beAvirken. Bei der zweiten In- jektion kamen dergleichen Fehler glücklichenveise nicht vor. Wir möchten nun in erster Linie bemerken, daß die Einnahmen^ die die Patientin an N und an PnOs h?„tte, außerordentlich groß AA'aren.] Es Avurden bis zu 26 und mehr g N und bis zu 12 g P2O5 und mehr pro Tag eingenommen. Dementsprechend waren natürlich auch sehr große Ausgaben zu erwarten. Die Stickstofi'bilanz war Amm 20. bis zum> 25. Februar negativ, obAvohl die täglichen Verluste nicht sehr groß waren. Sie schwankten zwischen 0,2639 und 0,4401 pro Tag. Mit dem Einsetzen der Injektion Avurde die Bilanz positiv. Wir erhielten von da an nur noch eine einzige negati\’^e Zahl, nämlich am] 1. März, also einen Tag vor der zAveiten Injektion. Die positiven Bilanzen j AA^aren zuerst geringgradig, aber doch deutlich ausgesprochen. (Die erste Zahl 0,8755 am 26., die ZAA’eite 1,1298 am 27. Februar.) Dem- entsprechend ging auch das Körpergewicht der Patientin in die Höhe,*. Anfangs hatte sie sich auf einem KörpergeAvichte von durchschnittlich4' 41 kg gehalten. Diese Zähl finden wir angegeben am Eintrittstage, also am 4. Februar, ferner am 17. und am 24. Februar. Von da an sticg-i das GeAvicht alltäglich. Es betrug am 1. März 43 kg und stieg dann noch mehr, wie wir später genauer auseihandersstzen AA-erden. Ueber die P205-Bilanz können Avdr ähnliches berichten AAÜe über dief N-Bilanz. Die Ausscheidungen waren geiadezu enorm, und die besonderen Verhältnisse, unter denen die Patientin lebte, werden uns veranlassen, diesen Phosphorausscheidungen in späteren Arbeiten noch genauere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Patientin litt nämlich Amn Anfang an unter profusen Diarrhöen, und sie verlor durch den Stuhl ganz un- geAvöhnlich hohe Mengen Phosphor, Mengen, Avie sic selbst von Scholz (vide später) nicht gefunden AA^orden sind. (Wir fanden z. B. folgende maximale Zahlen: 4,3330; 4,5446 PaOs etc.) Die Phosphorbilanz AA'ar bis zum eisten Injektionstage AACchselnd. Geringe negative Zahlen Avurden ZAveimal von relativ hohen positiven abgelöst. Am 25. Februar, also am Tage vor der Injektion, betrug die Bilanzsumme 0,0294 g, am Injektionstage 2,2642 g. (Ich möchte hier noch einmal bemerken, daß die Injektionen immei- mittags statt- fänden und daß die hier angegebene Zahl sich auf den am näclrsfcn Tage abgelieferten Urin und Stuhl bezieht.) Von da an Avar die Phosphorbilanz andauernd positiv und betrug z. B. am 5. Älärz 5.4160. Es ist an dieser Stelle natürlicli zu bemerken, daß Ausscheidung und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22437617_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)