Ueber die Wirkung des im Schilddrüsenkolloid enthaltenen Nucleoproteides bei Morbus Basedowii / von Anastasia Tschikste.
- Tschikste, Anastasia.
- Date:
- 1911
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Credit: Ueber die Wirkung des im Schilddrüsenkolloid enthaltenen Nucleoproteides bei Morbus Basedowii / von Anastasia Tschikste. Source: Wellcome Collection.
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![maßgebend. Wir gedenken gerade diese Frage einer weiteren ] Untersuchung zu unterziehen, bei der dann die von uns ge- ^ fundenen Zahlen vergleichend herangezogen M^erden müssen. Trotz all dieser von uns selbst geäußerten Bedenken ^ schiene es uns zum allermindesten gezwungen, die StickstofT- i und Phosphorretention nicht ursächlich mit der Injektion des '] Nucleoproteides in Zusammenhang zu bringen. Berück- \ sichtigt muß unter anderem auch die Beeinflussung des All- j gemeinzustandes unserer Patientin durch das Nucleoproteid 5 Averden. Wir möchten gleich vorwegnehmen, daß die typischen | Basedowsymptome nicht beeinflußt wurden. Das konnte nicht ] weiter überraschen. Die namentlich von Kocher so erfolgreich 1 durchgeführte Phosphortherapie hat im allgemeinen immer nur J das Allgonieinbefinden der Patientin günstig beeinflußt, nicht | aber die Krankheit zur Heilung gebracht. Es wäre nun natür- | lieh denkbar, daß man, Avenn der Morbus BasedoAvii Avirklich J eine Hyperthyreose im alten Sinne des Wortes darstellt, durch 1 den Antagonisten der jodhaltigen Substanz nicht nur eine 1 Besserung des Allgemeinbefindens, sondern eine Heilung zu- I stände bringen könnte. Ich rede hier absichtlich von einer j Hyperthyreose im alten Sinne des Wortes und verstehe darunter 4 eine Ueberproduktion des im allgemeinen angenommenen ein- 4 heitlichen jodhaltigen Körpers, der die typischen Wirkungen 4 der Schilddrüsensubstanz hat. Nimmt man überhaupt einen « Antagonisten an, so könnte man natürlich auch von einer 9 anderen Art der Hyperthyreose sprechen. Daß der Morbus.« Basedowii als eine Hyperthyreose in dem genannten ersten 9 Sinne des Wortes angesehen AA^erden kann, unterliegt keinem M ZAveifel. Die Frage, ob der Sitz der Krankheit in letzter Linie 1 auf die Schilddrüse oder vielleicht noch Aveiter zurück, z. B. 9 in das nervöse Zentralorgan A^erlegt Averden muß, ist dabed von« sekundärer Bedeutung. Jedenfalls sind die durch den Morbus a Basedowii hervorgerufenen Symptome am besten mit den« übergroßen Wirkungen der normalen Sehilddrüsensubstanz in,« Einklang zu bringen, und ganz besonders kommt man zu fl dieser Meinung, Avenn man namentlich die Veränderung, die;fl der Stoffwechsel erleidet, in Berücksichtigung zieht. Die fl Phosphortherapie des Morbus BasedoAvii Avurde, Avic schon fl erwähnt, zuerst durch TraczeAvski angeregt, und zAAar nichtfl etAva auf Grund so törichter Ueberlegungcn, aauc sic MöbiusM in seiner Monographie crAvähnt und dem genannten AutorM untergeschoben hat. Aus persönlichen Mitteilungen vonM Prof. Bürgi ist mir bekannt, daß TraczeAvski, der eine lange^| Reihe von Jahren auf der Chirurgischen Klinik und dem ]\Iedi-^H zinisch-chemischen Institute Berns tätig AA-ar, eine große Koih^fl](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22437617_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)