Tropenhygiene, mit spezieller Berücksichtigung der deutschen Kolonien; Ärztliche Ratschläge für Kolonialbeamte, Offiziere, Missionare, Expeditionsführer, Pflanzer und Faktoristen / von Prof. Dr. Friedrich Plehn; neubearbeitet von Dr. Albert Plehn.
- Date:
- 1906
Licence: In copyright
Credit: Tropenhygiene, mit spezieller Berücksichtigung der deutschen Kolonien; Ärztliche Ratschläge für Kolonialbeamte, Offiziere, Missionare, Expeditionsführer, Pflanzer und Faktoristen / von Prof. Dr. Friedrich Plehn; neubearbeitet von Dr. Albert Plehn. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
240/330 page 226
![Feldbett, beschränken müssen und damit auch gewöhnlich die Hauptgefahren vermeiden können. Eine Anzahl der zur provisorischen Niederlassung ge- hörigen Farbigen wird sich natürlich stets als Diene]-, Köche usw. in der näheren Umgebung des Europäers, also in dessen Lager, befinden müssen. Ein Abstand von 50—60 Schritt zwischen ihrer Hütte und den Europäerzelten wird sich aber auch für sie wohl immer einhalten lassen. Ein zweckmäßiger Schutz des Kopfes und der Füße bei abendlichem Aufenthalt im Freien durch die an früherer Stelle besprochene Be- kleidung wird die Chance einer Infektion noch weiter ver- mindern. Nächst der Malaria kommen bei solchen Neubegrün- dungen von Stationen namentlich Darmkrankheiten in Be- tracht. Es muß mit Rücksicht auf deren häufiges Entstehn durch Wassergenuß die Beschaffung tadellosen Trink wassers eine Ihrer ersten und vornehmsten Sorgen bei der Auswahl des Niederlassungsplatzes sein. Praktisch kommt für Sie draußen in Betracht: Regen-, Fluß- und Quellwasser, das Wasser stagnierender Gewässer und Brunnenwasser. Auf Regen wasser ist man an vielen Stellen der Tropen, z. B. im größten Teil des westafrikanischen Küstengebietes und auf vielen Südseeinseln vielfach als einzige Wasserquelle angewiesen. An sich ist es nicht zu beanstanden. Bedin- gung ist aber, daß es sauber aufgefangen wird. Meist dienen dazu Wellblechdächer, von denen es in Tonnen oder eiserne Tanks geleitet wird. Dabei ist reichliche Gelegenheit zur Verunreinigung durch die Gefäße und Hände der schöpfen- den Farbigen vorhanden und stete Kontrolle daher erforder- lich. Am sichersten ist es deshalb schon, auch das Regen- wasser, sofern es als Getränk zum eigenen Gebrauch dienen soll, vorher unter persönlicher Aufsicht abkochen zu lassen. Un vermischt wird das Regen wasser — sei es abgekocht oder nicht — seines flauen Geschmacks wegen vom Europäer so gut wie gar nicht verwendet, sondern höchstens mit einer Beimischung von Kognak oder Whisky; sonst mit Theezu- satz. Namentlich in letzterem Zustand ist nichts gegen seinen Genuß einzuwenden. Höchst angenehm wird der Geschmack durch Zitronen- oder Limonensaft, der sich in vielen Tropengegenden leicht erhalten läßt. Andernfalls ge- nügen wenige Körnchen der käuflichen reinen Zitronensäure,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21988481_0240.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


