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Credit: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie. Source: Wellcome Collection.
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![grau-schwärzlich durchscheinend und verdrängt die inneren Abschnitte der Lungen. Solche Verhältnisse kann man seilen: 1. bei den unter b) vorhin genannten Verhältnissen. So rindet man gelegentlich bei tuberkulöser Pericarditis literweise fast reines Blut. Auffallende Funk- tionsstörungen des Herzens werden bei diesen, in der Regel in chronischer Weise entstandenen blutgemischten Exsudaten meist vermißt. — 2. In akuter Weise kann ein reiner Bluterguß in den bis dahin unveränderten Herzbeutel erfolgen a) bei spontaner Kontur der Herzwand z. B. bei chronischem Aneurysma cordis, Nekrose nach Verlegung der Kranzarterie, hochgradiger Fettinfiltration, besonders wenn diese sich mit fettiger Degeneration oder brauner Atrophie kombiniert, alles meist bei alten Individuen, selten bei Absceß (schon bei einem Säugling beobachtet. Schaps), akutem Parietalaneurysma (vgl. Hart), endlich infolge von Neubildungen und tierischen Parasiten (Lit. bei Bomeick); ß) bei Ruptur von Aneurysmen (bes. dissecans) des im Pericardialsack gelegenen Anfangsteils der Aorta, ganz selten solcher der A. coronaria oder pulmonalis, oder bei Ruptur einer atlieromatösen Kranzarterie. Hämopericard kann auch ■/) bei Traumen bes. Schuß- und Stichverletzungen des Herzbeutels, auch des Epicards, wo wir z. B. Tod nach Verletzung einer Vene sahen, und besonders des Herzens selbst, dann bei anderen Traumen des Herzens, und zwar bei direkter Quetschung, oder Platzruptur, oder Zerrungsruptur (Revenstorf, Bernstein, Lit.) vorkommen. Das Blut gerinnt hier oft bald oder bleibt flüssig, und 250—300 cem genügen in der Regel, um durch Tamponade (Verstopfung) des Herzbeutels und dadurch bedingte Herzkompression (,Herzdruck', Rehn) den Tod herbei- zuführen. (Ausnahmsweise, bei sehr kräftigem Herzmuskel fanden wir bis 1 L.) Der Zeit- punkt des Eintrittes des Todes hängt von der Art der Öffnung ab, aus welcher das Blut aus- tritt. Bei großer Spontanruptur kann der Tod plötzlich durch Herzparalyse erfolgen, ebenso bei Ruptur durch direkte Quetschung. In anderen Fällen tritt der Tod bei Spontanruptur langsam, nach Stunden und selbst nach Tagen, wenn der Riß erst durch nachträgliche Er- weiterung komplett wird, ein (Ebbinghaus, Lit.). Auch bei Stich- und mehr noch bei den prognostisch ungünstigsten Schußwunden ist das oft der Fall. [Der Verletzte kann dann noch komplizierte Handlungen vornehmen, sich wehren etc., was forensisch wichtig ist (Ehrn- rooth). und anderseits bleibt Zeit für oft erfolgreiche, chirurgische Intervention [GöbeU, Bor- chardt, Lit., Beck, Lit., Luxemburg).] S. auch B. Fischer. Traumen, können gleichzeitig auch entzündliche Veränderungen (Pericarditis) setzen, besonders, wenn es sich um unreine, spitzige Instrumente, Nadeln und dergleichen handelt. So sah Verf. eine Hämorrhagie im Herzbeutel, begleitet von fibrinöser Pericarditis, welche von einer in selbstmörderischer Absicht durch das Stenrum gestoßenen Nadel hervorgerufen war und nach einigen Tagen zum Tode geführt hatte. An der fast unbeweglichen Nadel riß sich der rechte Ventrikel bei seinen Bewegungen oberflächlich wund, so daß es zu Blu- tungen kam. Kleine Blutungen (Ecchymosen) in das Pericartlialgewebe und subepicardial kommen bei Erstickung bes. bei Neugeborenen (vgl. Blutungen in die Pleurae, Thymus u. a.), schwerer agonaler Dyspnoe, Vergiftungen (z. B. Phosphor), septischen Infektionen (z. B. bei septischer Osteomyelitis), haemorrhagischer Diathese, Blutkrankheiten (Leukämie, pernieiöser Anämie) vor. Schiefrige bis schwarze feine Pigment flecken-, selten -knötchm, ganz selten eiire diffuse schwarze Verfärbung des parietalen Blattes (Borst) können davon zurückbleiben. Traumatische Ecchymosen durch relativ geringe stumpfe Gewalteinmischung auf den Thorax, verbunden mit häufigeren Klappenblutungen und mit Muskelblutungen erzeugte Kiilbs bei Tieren (s. dort Lit.). (Auch durch Anthrakose können bräunliche oder schwärzliche Flecken des Pericards entstehen. Am parietalen Blatt ist das durch Einschleppung von Pigment anthrakotischer Bronchial- und Mediastinaldrüsen in den Lymphbahnen nicht selten; eine förmliche Ent- leerung in das Cavum und Einreibung in das Epicard (Askanazy) dürfte dagegen selten sein.) 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21018169_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)