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Credit: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie. Source: Wellcome Collection.
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![Diese Larve bewohnt vorzugsweise die Leber und sitzt meist unter der Glissonsehen Kapsel. P. ist zwar an manchen Orten ein sehr häufiger Befund (in Basel seltener), jedoch ohne Be- deutung. Weniger oft kommt er in Milz, Niere, Lunge (subpleural), eher im Mesenterium oder in der Darmwand vor (vgl. Laengner). Man trifft es in der Regel als verkalktes, von einer derben fibrösen Kapsel umgebenes Körperchen, bis erbsengroß, zuweilen halbmondförmig, platt- rund. Mikroskopiert man den verkalkten Inhalt nach Auflösung in Salzsäure, so erkeimt man zuweilen die Larve, die 2—4 mm lang ist, einen stacheligen segmentierten Chitinpanzer hat und an ihrem Kopfende, einen Mund und 4 Haken (Füße) besitzt. (Der erwachsene Parasit selbst wurde nur sehr selten bei Menschen mit vieljährigem Xasenbluten beobachtet, Laudon.) — Von anderen Parasiten kommen vor: Cysticerken (selten), Distomum hepaticum (Leber- egel), lanceolatum und haematobium (selten;, felineum (sehr selten); (diese Parasiten s. S. 547). Besonders in den Tropen kommen Distomumfomien vor, welche schwere Leberveränderungen (große, blasige Säcke, in denen man die platten Distomen findet) hervorrufen. Ascaris lum- brieoides, als seltene Ursache von Leberabscessen, s. S. 545. Psorospermien (Coccidium ovi- forme) im Innern der Leber oder in der Kapsel sind beim Menschen selten. (Bei Kaninchen sind sie sehr häufig, erzeugen, in ungeheuren Mengen in den Gallengängen sitzend, weiße, käsige oder eitrig-käsige Herde [Coccidienknoten]; diese bestehen aus erweiterten Gallengängen, deren von Epithel ausgekleidete Wände mehr oder weniger stark papillär gewuchert sind, so daß die Knoten in etwa adenomatösen Geschwülsten gleichen.) H. GaUengänge und Gallenblase. I. Anatomie. Mit Aschoff kann man an der Gallenblase folgende 5 Schichten unterscheiden: Tunica mucosa, T. muscularis, T. fibrosa, T. subserosa, T. serosa, letztere 3 zusammen als Binde- gewebsschicht bezeichnet. Das Gerüst der netzförmigen Fältchen der Mucosa (vgl. Sudler) besteht aus feinen Fasern und spärlichen Bindegewebszellen. Luschkasche Gänge sind Aus- stülpungen des Oberflächenepithels, leicht mit Drüsen (die aber normalerweise nur im Hals der Gallenblase als echte Schleimdrüsen vorkommen) zu verwechseln; sie können verzweigt sein und kolbige Enden besitzen und bis in die T. fibrosa reichen. Die Epithelien enthalten oft Fetttröpfchen (Fettresorption, physiologisch) sowie Pigmentkörner (niedergeschlagene resor- bierte Gallenfarbstoffe) und sezernieren Schleim. — Gelbe Zöllchen, die man nicht selten in zierlichster Anordnung auf der grasgrünen Mucosa sieht, sind mit feinkörnigen Fettmassen injizierte Lymphgefäße; die Fettkörnchen liegen in großen Zellen, welche die Lymphgefäße prall ausfüllen. — S. auch Anatomie bei Testut, Shikinami. II. Mißbildungen. Die Gallenblase kann fehlen (sehr selten). Verf. sah das in zwei Fällen bei Erwachsenen. (Lit. bei Bulenlwfer.) — Die Papille kann abnorm ausmünden; die Ausmündungsstelle kann verdoppelt sein, sie kann ferner zu hoch im Duodenum, ganz nahe am Pylorus, Hegen. — Der Ductus choledochus kann verdoppelt sein (Meckel). — Sehr selten ist „Aplasie der Gallenwege, wobei, wie Harbitz und Verf. (publ. von Feer, Lit.) bei einem Neugeborenen, Cesaris-Demel bei einem 3,5 monat. icterischen Kinde mit hämorrhagischer Diathese sahen, alle Gallenwege vom Hilus hepatis bis zum Duodenum zu fehlen scheinen und das Bild eurer fiiliären Cirrhose' entstehen kann. Nach Beneke (Lit.) kann es sich hier aber nur um nachträgliche Obliteratwn, eine primäre innere Abschnürung, handeln, da es ohne Choledochus auch keine Leber gäbe. Manche Fälle von kongenitaler Atresie der großen Gallenwege werden der Syphilis zugeschrieben. Thomson und besonders Beneke und Flebbe (Lit.) halten aber auch die Amiahme einer luetischen Choledochusatresie ganz oder meist für- unbegründet, (Vgl. auch MalUeu.) Eine Stenose der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21018169_0632.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)