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Credit: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie. Source: Wellcome Collection.
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![epithelkrebs (Lit. Beetz, Firket, Nicholson u. a.) und geht von den epithelialen Teilen (Deck- epithel oder Schleimdrüsen) aus. Plattenepithelkrebs und Adcnoearcinom kommen selten auch zugleich vor {Beets, Lit. u. Mönckeberg). Sehr selten sind sottige Krebse; Verf. sah bei einer 70jähr. Frau im Fundus einen kirschgroßen, zottigen, roten Tumor; Grundgewebe der Zotten teils von soliden Zügen von Epithelien, teils von drüsenähnlichen Gebilden durchsetzt; tiefe Mueosaschichten stark von Alveolen großer Cylinderzellen infiltriert. Kerne Gallen- steine; sekundäres diffuses Lebercaicinom (3200 g). Selten sind lockere, blumenkohlartige Krebse, welche die Gallenblase bis zu Faustgröße erfüllen. Ja, man beobachtet selbst mannskopfgroße Tumoren (Fall von Michaux, klinisch für Ovarialtumor gehalten). Wieling und Hamdi be- schrieben ein Mclanocarcinom. — Beim Seirrhus kann die Geschwulstbildung mitunter zwar diffus, aber wenig mächtig sein und einer chronischen, fibrösen, verhärtenden und zu Verdickung führenden Entzündung ähnlich sehen. Doch wird man selten Metastasen in den benachbarten Lymphdrüsen vermissen. Zuweilen ist das Peritoneum, in diffuser Weise scirrhös infiltriert (S. 561). An Kolloidkrebs, der zuweilen die ganze Wand in diffuser Weise infiltriert, schließt sich nicht selten eine ganz enorme Infiltration des Peritoneums an (S. 562). Auch die Ovarien können häufig von Metastasen durchsetzt sein. Der weiche Cylinderzellkrebs bildet oft einen mäch- tigen, weißen Knoten, der mit semer Hauptmasse nach oben und hinten in die Leber em- dringt und nach der Höhle der Gallenblase zu geschwürig zerfällt (Fig. 357). Häufig macht der Gallenblasenkrebs auch mächtige, knollige Metastasen im Peritoneum, den Lymphdrüsen, dem Mesenterium, Ligamentum gastrocolicum usw. Die Metastasen können sehr blutreich sein, im Innern zerfallen und mitunter fluktuierende, cyslische, faustgroße und größere Tumoren bilden, die den primären Tumor an Mächtigkeit weit übertreffen. ■— Metastasen in der Leier fanden sich bei dem Basler Material in 39,5%. Veränderungen in den Nachbargefäßen: An verjauchende Gallenblasenkrebse kann sich eitrig-jauchige Pylephlebitis anschließen: alle großen Wurzeln der Pfortader können mit jauchigen Thromben gefüllt sein. Auch Thrombose von Lebervenenästen mit ihren Folgen ist nicht selten. Es kann sich eine Thrombose der Cava anschließen, die sogar bis hinauf in den Vorhof reichen kann. ätiologisches. In den meisten Fällen von Carcinom der Gallenblase findet man zugleich Gallensteine (nach dem Basler Material in 86%). Man ist daher mit Recht geneigt, die Chole- lithiasis als chronisches Irritament anzusehen, welches analog dem Verhalten an anderen chronisch gereizten Stellen hier den Anstoß zur Careinomentwicklung abgibt, zeitlich also der Carcinomentwicklung vorausgeht. Diese Annahme liegt dann um so näher, wenn man gleich- zeitig eine starke alte Schnürfurche an der Leber und in der Gallenblase Narben geheilter Decubital- geschwüre von Steinen findet. Zuweilen mögen solche Narben selbst den Ausgangspunkt ab- geben, besonders für zellarme Scirrhen. (Selten sind die Steine sekundärer Bildung und zwar Inkrustationen von Gewebstrümmern des Carcinoms [vgl. unten sekund. Geschwülste].) — Bei Frauen findet sich entsprechend dem häufigeren Vorkommen von Gallensteinen auch das Gallenblasencarcinom viel häufiger als bei Männern, nach dem Basier Material (56 Fälle) mit 87,6%, nach dem Göttinger Material (52 Fälle) sogar mit 91,7% (s. I.-Diss. Feldner). Man findet das Carcinom meist bei älteren Individuen; nach dem Basler Material fallen 60% auf die Jahre von 50—70. Verf. sah sogar einen Fall bei einer 95jähr. Frau; Sitz im Hals, Sterne; lokale Ausdehnung geling, aber Infiltration und Stenose der Papille, schwerer Icterus, Peritoneal- metastasen mit Stenosierung des Darms *). Die jüngsten Individuen, bei denen Verf. Gallen- blasencarcinom beobachtete, waren ein 32jähr. Mann (Sitz im Hals, Sterne, Empyem der Gallen- blase, Leber 5,5 kg, viele Lymphdrüsen im Abdomen etc.), ein 33jälu\ Mann (Carcinom im Fundus, ohne Steine, Carcinom des Peritoneums, der Leber und retroperitonealen Lymph- drüsen) und zwei 35jähr. Frauen mit Gallensteinen. In dem letzten dieser Fälle bestand ein *) Ein höheres Alter dürfte vielleicht bis jetzt nicht beobachtet sein. Haberfeld erwähnt in seiner Arbeit (Z. f. K. 7. Bd. 1908) als ältesten Fall den eines93]. Mannes (Beob. von Riedel).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21018169_0645.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)